Donnerstag, 24. März 2016

10000 Übungen

Seit vielen Monaten hab ich jetzt wieder mit Physiotheraphie begonnen. Außerdem hat mir der Orthopäde einen Antrag für Rehasport gegeben, den die Krankenkasse auch umgehend genehmigt hat. Jetzt kann ich 50 Mal zu einem Yoga-Fitness-Zentrum gehen, das Rehasport anbiete.
Bisher habe ich bei der Physiotherapie jede Woche mindestens zwei neue Übungen erhalten. Auch bei den Yogastunden kamen einige Übungen dazu, genauso wie letztes Jahr beim Rückbildungskurs. Einige kann man im Alltag einbauen, z.B. der Hund aus dem Yoga zum Aufstehen. Oder Oberkörper nach vorn während die Knie eingewinkelt werden für das Zähneputen usw.
Gesammelte Übungen
Zu den Übungen gehörte auch auf den Zehen stehen, die Arme in die Luft zu heben. Am Anfang waren die Übungen eigentlich gar nicht viel, eher "Grundspannung". Als dann nach vier Monaten die ersten Muskelaufbauübungen dazu kamen freute ich mich richtg. Zu den Übungen gehört auch richtige Bauchatmung, auf Zehen stehen, lange Schritte machen, beim Sitzen die Beine in den Boden stemmen, viele dynamsiche Bewegung mit Armen und Theraband, auf einem Sitzball kreisen, auf Trampolin schwingen, Arme gegen die Wand drücken, winzige Muskelpartien am Rücken gezielt anspannen. Durch die wöchentlichen Sitzungen bei der Physiotherapie werden die Übungen natürlich immer an die Fortschritte angepasst. Alte Übungen sind irgendwann so leicht, dass sie wohl nicht mehr viel bringen.
Viele Übungen habe ich mir notiert, ich kann aber nicht alle durchführen ... die letzten Monate war ich auch einfach zu faul bzw. wegen Vortrag und Urlaub vorbereiten hab ich eine Auszeit gehabt.
Leider hatte ich bei der letzten Yogastunde nicht auf die Lehrerin gehört und die Übung Kerze und Pflug gemacht, sie hatte mir gesagt, dass dies nichts für mich sein. Nun merke ich seit Tagen, dass es nichts für mich war. So schlimme Rückenschmerzen hatte ich schon lange nicht mehr - schreckliche Angst vor Wirbelbrüchen und Bandscheibenvorfällen inklusive. Man bin ich ein Idiot. Erst lange nichts machen und nun Übungen machen, die sogar normale Leute ohne schwangerschaftsassoziierter Osteoporose heftig finden.

Samstag, 5. März 2016

Stillen? Leider nein.

Vor der Gebirt war ich sehr gespannt, ob das Stillen überhaupt funktioniert. DerUnd danach hat es super gut geklappt. Keine Probleme ... wären da nicht die Rückenschmerzen. Wenn die erstmal weg sind, dachte ich, kann ich ja überall stillen, bin total flexibel, auch mit Zwillingen geht das schon. Die beiden Kinder waren nur super hungrig bis 16 Mal am Tag hab ich gestillt und das mindestens 30 Minuten in den ersten Monaten. Hab dann beim Essen am Tisch gestillt, damit ich nicht nur im Bett liege, da lag ich aber doch recht viel. Es war Stress pur. Eine Woche vor der Diagnose hab ich in die Suchmaschine "ich hasse stillen" eingegeben, weil ich wissen wollte, ob es anderen Frauen auch so geht. Am Ende lag ich ja auch nur in Stufenlagerung auf den Rücken mit ganz komplizierten Kissenanordnungen, damit das Stillen überhaupt klappt, weil ich da auch nicht mehr sitzen konnte. Nachts schliefen die Kinder auf mir ein, ich auch. Ich konnte mich aber so nachts nicht Mal kurz auf die Seite legen. Am Ende konnte ich mich kaum zur Seite biegen, um die Babys anzudocken und die Kissen zurecht zurücken, da brauchte ich dann immer Hilfe. Es war dann wie die Sau, die eingefercht ist und der man die Ferkel andockt zum saugen, es war wie Folter und ich bin froh, dass ich jetzt die damit verbundenen Ängste vergessen habe.
Das Stillen mir schadet hätte ich aber nie geglaubt. Nach der Diagnose war es meine eigene Entscheidung nicht zu stillen. Dazu wird geraten, aber verbieten wird es niemand. Diese Entscheidung bedeutete dann aber sehr viel Arbeit für meinen Partner und die Haushaltshilfen, denn die mussten nun die Flaschen zubereiten, da ich anfangs dazu nicht fähig war. Ich wollte jedoch lange niemanden "belästigen" weswegen ich ohne Diagnose nie auf die Idee gekommen wäre Industriemilch zu geben. Ich hab aber aufgeatmet, als die Beiden beide fast selbstverständlich an der Flasche gesaugt haben. Ich bekam noch Mal ein Schreck als mein Partner für einen Tag im Grünen die Fläschchen vorbereitete und ich die Mengen an Pulver sah. Diese Menge kam vorher aus mir raus - direkt aus den Wirbeln, so stellte ich es mir vor.
Das Abstillen wollte ich so schnell wie möglich machen, kein Gramm Kalzium mehr aus meinen Knochen wollte ich geben. Es dauerte jedoch auch zwei Wochen. Pumpen musste ich am Anfang gar nicht, da es einfach so raus kam, nach dem die Pumpe ein Mal angesetzt wurde. Ich hatte ein wenig  Angst, dass Kuscheln mit den Babys zu mehr Milch führt, so dass ich das die zwei Wochen kaum gemacht habe und mich fernhielt von den Babys. Ich hab sogar besorgt die Hebamme gefragt, ob man die Babys noch kuscheln darf. Sie hat ganz beruhigend gesagt, das geht in Ordnung ... Aber im Nachhinein ist mir dann aufgefallen, dass sie gern gelacht hätte über diese Frage, das hat sie nur nicht gemacht, weil ich in so einer hoffnungslosen Lage war. Später haben wir beide darüber gelacht.
Ja und nach dem ich in der Schwangerschaft so gespannt auf das Stillen war und das auch für das Beste halte, hatte ich ein paar Wochen immer Mal wieder ein schlechtes Gewissen. Aber ich hab zweieinhalb Monate gestillt, das ist schon super. Mit gefräßigen Zwillingen war das dann gefühlt sechs Monate.
Bedauern tue ich es selten. Jedoch kann mich diesbezüglich ein Kommentar sehr wütend machen. Zwei mal ist es bisher passiert, dass mir Personen gesagt haben, "ich hätte an deiner Stelle nicht abgestellt." und "homöopathische Medizin hätte dir sicher geholfen." Wie viel Erfahrung gibt es bei dieser Methode mit dieser Krankheit? Selbst wenn es funktionieren sollte (z.B. bei normaler Osteoporose) muss man doch Verständnis haben, dass ich zu dem Zeitpunkt weder Zeit oder Geduld oder Hilfe gehabt hätte, mich damit zu beschäftigen und die Entscheidung also zum damaligen Zeitpunkt aus meiner Sicht die Beste war. Mir im Nachhinein nun einzureden ich hätte weiter Stillen können ist schlichtweg unsensibel. Einfühlungsvermögen konnte ich da nicht erkennen. Außerdem ist homöopathische Medizin nicht die Alternative für alle Maßnahmen, es ist eine Methode neben vielen anderen: bei der SAO ist eben Abstillen eine Methode, genau so wie Sport oder Vitamin D.

Montag, 29. Februar 2016

Seltener Tag - seltene Krankheit

Heute ist Tag der seltenen Krankheiten. Das war ein Anlass, mich mit anderen seltenen Krankheiten zu beschäftigen. Die SAO hatte ich irgendwann mal auf die Liste der seltenen Krankheiten bei Wikipedia gesetzt, dort war sie bis 2015 noch nicht drauf (Liste der seltenen Krankheiten). Den Artikel zur Krankheit gab es da auch noch nicht. Aber im Moment hab ich sonst kein Interesse mich mit der schwangerschaftsassozierten Osteoporose zu beschäftigen, denn es gibt zur Zeit viele andere Sachen zu erledigen. Bis bald also.

Montag, 8. Februar 2016

Kreative Ideen

In der Zeit als ich meine Kinder noch nicht tragen konnte, tüftelte ich im Kopf immer an einer Lösung für den Transport der Kinder aus der Wohnung ein paar Stufen tiefer in den Kinderwagen. Ich träumte von einer Laufkatze, die durch die Wohnung fährt und in die ich die Kinder hineinlegen kann zum Transport. Problematisch war da vor allem der Weg aus der Wohnung. Naja, es war sowieso nur ein Hirngespinst. Die viel bessere Lösung kam mir, als ich allein mit einem Baby drin war und alle anderen draußen. Als ich gerade dabei war Hilfe zu holen, fiel mir ein einfacher Buggy im Flur auf. Ich packte das Baby da rein, das ging wenn ich meine Ellenbogen dabei abstützte. Damit konnte ich das Baby vorsichtig die paar Stufen hinunter manövrieren.
In der Wohnung hatte ich die Kinder von einem Raum zu einem anderen auch einfach in einer Tragetasche auf dem Boden herum geschoben.
Man brauch einfach Kreativität um schwere Sachen zu transportieren. Meinen Partner überraschte ich, in dem ich aus dem Supermarkt mit einem vollen Kasten Bier im Einkaufswagen kam. Wie hatte ich den da hin bekommen. Hab ich jemanden um Hilfe gefragt? Nein. Hatte ich mir eine Rampe gebaut? Nein. Was dann? Mehr als 1 Kilo konnte ich ja nicht tragen? Ich hab einfach eine Kiste leer gemacht, sie in den Wagen gestellt und dann nacheinander alle Flaschen rein gestellt. An der Kasse brauchte ich ja nur eine Flasche aufs Band legen.
Von einer anderen Frau erhielt ich den Tipp, den Wäschekorb aufzuteilen, also einfach mehrmals hin und her gehen. Ich hab den Korb einfach auf dem Boden gestellt und geschoben, dem Plastikkorb hat das nicht geschadet. Am Anfang hab ich auch den Wasserkocher nicht gehoben und ihn über die Theke geschoben. Kratzer gab es nicht, waren mir aber auch egal.


Sonntag, 31. Januar 2016

8000 Km Autofahren


Sechs Wochen waren wir jetzt auf Reisen im VW-Bus mit Kindern. Die südöstlichsten Spitze Europas in Portugal war unser Ziel. Es gibt einiges zu berichten. Das gute zuerst: ich habe es überlebt.
Das Auto das wir uns dafür gekauft hatten, hatte den Vorteil, dass man hinten angeschnalt liegen konnte während der Fahrt, also musste ich nicht sitzen. Ein Kind jeweils links und rechts neben mir.
Es gab ein paar Gepäckstücke die nur wegen meiner Osteoporose dabei waren und schon eine Menge Platz wegnahmen, weswegen es sehr eng war. Dazu gehörte der Kinderwagen, denn sonst hätte ich nie allein mal einen Ausflug mit den Babys machen könne. Nur auf wenigen Ausflügen hat der Papa beide Babys im Tragetuch getragen, wenn es keinen Fahrweg gab. Etwas weniger Platz aber auch noch groß war die Kühl-
Autofahren im Halbliegen mit Babys
Box für die Knochenaufbauspritze. Der Arzt sagte mir ich sollte nicht so lange Zeit auf sie verzichten. Für die Kühlbox haben wir eine zweite Batterie einbauen lassen, so dass insgesamt die Kühlbox noch mal 500 Euro gekostet hat. Auch einen Gasflasche nahmen wir mit, die wir aber selten nutzten, da wir auch oft in Unterkünften übernachten wo es Kühlschränke gab. Der dritte Gegenstand für die Osteoporose war da schon relativ klein und billig; eine dicke Isomatte. Das Schlafen auf dieser war aber trotzdem nicht sonderlich toll. Auf einem Campingplatz für Kletterer haben sich am Nachbartisch mal alle jungen Sportler über Rückenschmerzen beim Campen unterhalten, also stand es mit mir nicht so schlecht. Aber das Schlafen war oft nicht toll und ich brauchte diverse Extrakissen für Knie und Rücken.
Kinderhochstühle mussten auch zweimal mit, alles andere wäre anstrengend beim Essen gewesen, aber sicher auch für andere Eltern.
Eine ganze Box brauchten wir auch für die Milchfläschchen, aber auch dies würde für andere Eltern zutreffen.
Es war eng im Bus und man musste immer Boxen und Taschen umherräumen, das war nicht rückenfreundlich, nach den ersten Tagen versuchte ich das nicht mehr zu machen. Das bedeutete aber, das ich beim Packen nicht viel helfen konnte außer auf die Babys aufzupassen. Die war jedoch sehr wichtig, da sie sich oft in der neuen Umgebung nicht wohl fühlten und intensive Betreuung brauchten.
Kiste, Flasche, Tasche, Kühlpacks und alles für die kleine Spritze
Besonders schön fand ich es selber Autozufahren. Die Physiotherapeutin meinte dabei spannt man mehr Muskeln an. Und außerdem musste ich mich in der Zeit des Autofahren nicht um die Kinder kümmern was auch entspannt war. Maximal bin ich wohl ein zwei Mal vier Stunden also ca. 400 km am Stück selber gefahren.
Die Babys krabbeln zur Zeit wie verrückt, es gab nur wenige Momente in denen dies entspannt war und ich sie nicht von A nach B zurück tragen musste. Überall gab es verbotene Sachen wie Treppen, Kamine, Mülleimer, unbekannte Pflanzen, starken Dreck, Sachen die leicht zerstörbar sind usw. Und wenn ich die Babys ins Zelt einsperrte, weinten sie wenn ich nur mal schnell auf Toilette ging. Dahin mit tragen ging nicht. Dies alles machte die Reise für mich zu einer der anstrengensten, Backpacking durch Indien war ein Klacks dagegen.
Als Luxus hatte ich mir ein paar Langzeitwärmekissen zum Knicken mitgenommen, die ich dann für einen Tag um binden konnte.
Ich hatte auch wenig Zeit für Yoga oder Phsiotherphieübungen. Es gab auch weniger Gelegenheiten zum Liegen in den Ferienwohnungen oder auf den Campingplätzen. Mit Mitreißenden saß man dafür jedoch viel herum und quatschte, aß oder spielte - das war zumindest gut für die Psyche. Auf gesunde Ernährung hatte ich wegen dem Reisestreß gar keine Lust und gerade in Spanien gab es so leckeren Schinken.
Ein paar Dinge waren jedoch auch gut (für die schwangerschaftsassoziierte Osteoporose). Es gab viel Sonne, es war oft warm und ich kam mal von zu Hause weg und konnte die Welt wieder mit anderen Augen sehen ... Und ich hab was geschaft, wovon ich vor ca. 10 Monaten gedachte hätte, das könnte ich nie wieder: lange lange Auto fahren.

Montag, 21. Dezember 2015

Blogschreiben

Viele Posts die ich hier aller paar Wochen veröffentliche, habe ich lange schon vorbereitet. Weil ..., ja weil man das so macht, wenn man ein guter Blogger sein will, hab ich mal gelesen.
Das coole an der Sache ist bezüglich der schwangerschaftsassoziierten Osteoporose, ich muss die alten vorbereiteten Posts vor dem Veröffentlichen immer, aber auch immer aktualisieren. Nicht weil ich unzufrieden mit dem Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung bin; da bin ich hier etwas schmerzfrei. Sondern weil viele Phänomene, die ich beschreibe, verschwinden. Da schreibe ich im Entwurf des Posts, dass ich mich zum Hochnehmen der Kinder immer neben sie legen muss und zwei Monate später wenn ich den Post veröffentlichen möchte, da ist das schon längst passé. Da muss ich dann halt schreiben "eine Zeit lang habe ich ... nun aber kann ich schon ..." Da sag ich nur Juhu!
Und nun muss ich diesen Post ergänze, dass ich ab und zu beide Kinder tragen muss. Da sich oft Situationen ergeben aus denen beide sofort genommen werden müssen, z.B. wenn sie sich einer Treppe nähern. Das sind dann ca. 20 Kilogramm.
Leider denkt man zwischen durch immer nichts wird besser. Erst wenn ich dann in einer seltenen Situation bin merke ich, ah das hast du doch vor einem Monat noch nicht gekonnt.

Dienstag, 24. November 2015

Sportliche Erfolge

Meine ersten sportlichen Leistungen nach der Diagnose schwangerschaftsassoziierte Osteoporose lagen anfangs im Gehen. Es waren nur wenige hundert Meter für die ich eine halbe Stunde brauchte, danach musste ich mich wieder für mindestens eine Stunde hinlegen. Die Babys waren von Anderen betreut. In meiner Nähe gab es einen kleinen Park am Fluss. Es gibt dort nur einen Weg aber denn bin ich nach und nach immer wieder gelaufen. Bis ich komplett durch den Park kam. Dann schaffte ich die Strecke zweimal. Bald konnten andere Personen neben mir laufen, weil ich nicht mehr so langsam war. Irgendwann war ich stolz, dass ich den Kinderwagen schieben konnte. Das hatte anfangs noch richtig weh getan. Da es hier bergig ist, waren ein paar Monate eigentlich nur dieser Park möglich. Irgendwann schaffte ich es auf den Berg mit einem Schwimmbad und ab da guckte der Großvater fast neidisch, weil ich fitter war als er.
Das die Gravitation für den Knochenaufbau wichtig ist, hat man herausgefunden, als man feststellte, dass die superfitten Astronauten nach Weltraumaufenthalten sich sehr schnell Knochen gebrochen haben. Man hat dann ermittelt, dass Joggen die beste Vorbeugung ist. Da man mit starker Osteoporose aber nicht joggen kann, sind die langen Spazierengehen der Ersatz. Wer lange bettlägrig ist, der bekommt ebenfalls leicht eine Osteoporose.
Mit dem Auto ins Grüne fahren, ging zuerst auch nicht, da die Ruckelei so weh tat. Wir haben einen kleinen Garten. Auf der Anfahrt sind 30 Meter sehr hucklig. Als das Autofahren auf Asphalt wieder ging, musste ich mich auf den 30 Metern Holperei überall am Auto abstützen. Dann wurde das weniger, ich merkte es aber noch. Irgendwann war der Tag, als ich gar nicht mehr darauf achtete.
Im nahegelegenen Elbsandsteingebirge konnte ich schon im Mai - mit vielen langen Pausen auf die höchsten Gipfel wandern. Es gab nur ab und zu doofe Kommentare von anderen Leuten über meine Krückenersatz die Nordic-Walking-Stöcke; Idioten!
Im heißen August konnte ich nicht nur die Schwimmbäder sondern sogar die Elbe mit ihrer sehr starken Strömung durchschwimmen. Etwas Angst hatte ich jedoch.
Zwar ist Rückenschwimmen ganz toll, aber leider kann man das nur selten machen in überfüllten Schwimmbädern, außerdem war mir am Anfang noch ganz schön bang zu schwimmen, ich dachte, wenn ich hier wieder so einen Krampf bekomme, dann geh ich unter.
Dann hatte ich mit Yoga angefangen, wo ich ebenfalls wöchentlich Verbesserungen feststellte. Das kann man auch super neben den Babys machen, wenn sie schlafen oder zufrieden spielen. Sogar aufs Trampolin traute ich mich. Ich nahm die Babys dort mit drauf, als es sonst zu schmutzig im Gras wurde für sie. Da konnte ich ein paar Physiotherapieübungen machen mit sanften Schwingungen.
Im September startete ich mit dem Fahrradanhänger mit Babys, insgesamt sind das wohl mehr als 40 Kilogramm. Das war ein Meilenstein, da ich dadurch flexibler und weiter mobiler wurde, ich fühle mich nicht mehr so an zu Hause gefesselt. Ich konnte sogar auf die umliegenden Berge fahren. Für den Rücken tut Radfahren nicht weh. Für den Knochenaufbau sind wohl nicht nur die Belastungen (also die Gravitation) wichtig, sondern auch alle Muskelbewegungen und damit die Durchblutung.
Erst spät hatte ich mir einen Rückbildungskurs zugetraut. Der Beckenboden und die Bauchmuskeln sind auch wichtig für den Rücken. Ich konnte da in der ersten Sitzung nicht alle Übungen mit machen, merkte aber wöchentlich Verbesserungen - am Ende war ich bis auf wenige Übungen so fit wie die anderen Damen.

Ich wünsche mir langfristig mal rennen zu können, ob ich es vor meinen Kindern schaffe?
Vielleicht wäre auch klettern gut - Abseilen hab ich schon getestet: schmerzfrei. Skilanglauf soll gut sein, dazu muss natürlich Schnee liegen - auf Abwärtsstrecken würde ich abschnallen und lieber durch den Schnee stapfen. Regemlässiges Schwimmen müsste ich noch organisieren, dass kann ich nicht mit Babys machen.
Im Oktober hatte ich insgesamt nicht viel Sport machen können, da ich mich nur auf meinen Vortrag vorbereitet hatte. Da hab ich deutlich Verschlechterungen gemerkt.

Test weiterer Bewegungen

Treppensteigen: Kurz nach der Diagnose ging das nicht, aber das dauerte nur wenige Wochen, dann war es wieder möglich.

Nachtrag Februar 2017:

Langlaufen fahren: Null Probleme, bin sogar "waghalsige" Abfahrt gefahren (super langsam im Schneepflug)
Schlittenfahren:  Nee, das will ich noch nicht. Fand ich als Kind schon doof, wenn es ganz schnell war und man dann mit dem Steiß auf den Boden plumpste.
Joggen: Mach ich nur auf diesen besonderen Knieschonenden Laufgeräten im Fitnessstudio. Ein kurzer Sprint (z.B. hinter einem davonlaufen dem Kind) ist aber kein Problem.
Bouldern: Leider hat das zu mächtigen Schmerzen geführt, vermutlich, weil man da abwechselnd hängt und dann doch auch mal etwas abspringen muß.
Klettern mit Seil: kein Problem, schon seit mind. Einem Jahr.
Wandern: Ein Tag völlig problemlos. Mehrere Tage hintereinander (auch ohne Rucksack) führte zu starken Schmerzen.
Pillates: Super
Geräte im Fitnessstudio: ab und zu richtig schreckliche Schmerzen, wochenlang. Besser ist da nicht an Leistungsgrenze zu gehen.
Fahrradfahren bei Schnee und Eis: etwas gruslig aber mit breiten Reifen und langsam OK.
Aquafittness: kein Problem 
Tanzen: war schon mind. 1 Jahr nach der Diagnose kein Problem und sehr wohltuend. 

Leichteren Trekking-Rucksack tragen: Für kurze Zeit (1 Stunde) geht das, wenn die Last mehr auf den Hüftgurten liegt. Mehrere Stunden traue ich mir nicht zu
Paddeln: Ich denke Paddeln wäre immer noch nichts, weil man da so komisch sitzt.

Nachtrag Oktober 2017:

Paddeln: Wir waren paddeln für ca. vier Stunden. Alles ging gut, die Sitze waren aber auch relativ modern und gut. Für den Rücken auf jedenfall eine gutes Training. Nur das Umtragen des Bootes kann ich nicht allein, weil ich noch nicht wußte wie man das rückengercht macht.
Joggen auf Gerät: Fünf Kilometer in einer halben Stunde sind kein Problem, hätte ich mehr Lust wären 10 Kilometer auch kein Problem. Im nächsten Jahr werd ich das Joggen dann auf die Straße und Waldwege verlegen.
Gartenarbeit: Rasenmähen, Sträucherschneiden, auf Boden arbeiten alles kein Problem mehr in diesem Jahr.
Schwere Lasten transportieren: Kurzfristig kann ich rückengerecht wieder sehr schwere Sachen transportieren, z.B. Sperrmüll ins Auto und auch wieder hinein in einen Kontainer auf den Wertstoffhof. Mit der richtigen Körperhaltung kann ich auch schwere Möbelstücke herumrücken. Darüberhinaus gibt es technische Hilfen und andere menschliche Helferinnen und Helfer.
Abfahrtski, Inlineskating und Schlittschuhfahren: Wenn ich das langsam und vorsichtig machen könnte, würde ich es mir langsam zutrauen. 
Ball- und Kontaksportarten: Mag ich zwar nicht, aber das wäre vorsichtig ausgeübt sicher kein Problem.

Bundgeespringen: Na, diese Sportart werd ich wohl nie machen, gewerbliche Anbieter verbieten aber auch das Springen für Personen mit Wirbelsäulenproblemen. Naja, das find ich jetzt eher nicht so schlimm :-)

Donnerstag, 19. November 2015

Exo-Skelett

Von meiner Orthopädin hatte ich ein Rezept für ein Korsett erhalten. Beim Eintretten ins Fachgeschäft wusste der Angestellte allein von meinem Gang her, dass ich die Frau mit der schwangerschaftsassoziierten Osteoporose bin (er wußte aber auch dass ich komme). Ich hab mich super angestrengt, aufrecht zu gehen, weil sonst wieder ein Zusammensturz passiert wäre. Das Korsett sollte mir helfen. Als mir der Orthopädietechniker es anlegte und die Schrauben und Schienen einstellte, wurde mir noch Mal richtig mulmig, weil es mir zeigte, was für eine böse Verletzung da in mir drin ist. Ich sollte es (nur) zwei Wochen ganztägig tragen (bis auf Schlafen), andere Leute die sich durch Unfälle die Wirbel brechen müssen das oft länger tragen. Zwei Wochen kamen mir jedoch wie eine Ewigkeit vor. Und ich verzweifelte am ersten Tag, weil ich Angst hatte, in dem Korsett ein Muskelkrampf oder Zusammenbruch zu bekommen und dann absolut hilflos gefangen zu sein. Das passierte aber nicht.
Später trug ich es nur bei längeren Wanderungen und war damit sogar auf einer sehr hohen Aussicht. Das man damit auffällt, störte mich damals gar nicht, ich fand es sogar witzig: die Leute kuckten, kleine Kinder fragten und Eltern erklärten "die Frau hat Rückenschmerzen". Mit einer dicken Jacke hätte aber niemand was gesehen.
Und bald konnte ich auch mit meinen kleinen Neffen darüber Spaß machen: Ich war dann ein Cyborg aus dem Star-Wars-Film und sie die kleinen Yedi-Ritter. Jetzt trag ich es noch ein zwei Mal im Monat für ein paar Minuten, wenn ich das Gefühl habe ich laufe krumm oder habe wieder 100 Blockierugnen.
Nachtrag 1: Ein Jahr später hab ich es nur noch für harte Gartenarbeit (Acker umgraben und Unkraut pflücken) genutzt.
Nachtrag 2: Zwei Jahre später liegt das Korsett immer noch im Garten und hat Farbspuren und Kratzer von mehreren Einsätzen im Garten. Eine Schraube fehlt auch schon, weshalb es eigentlich gar nicht mehr nutzbar ist. 

Freitag, 13. November 2015

Bahnfahren und Prüfung

Es ist geschafft, ein halbes Jahr ist rum. Es gab jetzt kein weiteres MRT und keine Knochendichtemessung, ob das so richtig ist, weiß ich nicht. Viel sagen konnten mir weder Orthopäde noch Osteoporosearzt.
Mittlerweile hab ich die erste lange Reise hinter mir mit 10-12 Stunden Bahnfahren. Das hab ich mir nicht ganz freiwillig ausgesucht, ich musste jedoch einen wichtigen Vortrag für den Abschluss meines Studiums halten, ich hab bestanden und konnte auch die zwei Stunden stehen. Die Prüfer wunderten sich nur kurz, dass ich so gar nicht sitzen wollte, aber im Stehen wirkt man vielleicht auch selbstbewusster oder kommunikativer.
Das Bahnfahren ist eigentlich nicht sehr günstig gewesen. Ich habe mir bewusst einen etwas langsameren IC ausgesucht und bin zu einer Zeit gefahren, an dem er nicht so voll war. Der Vorteil im IC im Vergleich zum ICE ist, dass es dort 3er Plätze gibt, auf denen man liegen kann. Auf den 2er-Sitzen ging es dann auch, als der Zug etwas voller wurde. Jedoch wurde ich auch mal unfreundlich gebeten Platz zu machen. Das liegt wohl daran, dass man liegend doch eher sehr lässig aussieht. Auch in der Regionalbahn habe ich liegen können, im Fahrradabteil auf den Klappsitzen. Eine Wiederholung der Fahrt muss jedoch nicht sein. Liegewagen oder Flugzeug wären wohl denkbare Alternativen gewesen. Auch das Tragen des wenigen Gepäcks mit Rucksacks ein paar hundert Meter tat noch weh, für ein Rollkoffer bin ich einfach noch zu stolz (wäre aber sicher besser).

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Wieso schreib ich eigentlich diesen Blog?

Wieso schreib ich diesen Blog, frage ich mich in den letzten Wochen immer wieder. Mir geht es doch gut, mein Leben unterscheidet sich jetzt wenig von dem anderer Mütter. Meine größte Sorge ist, dass die Kinder nachts immer noch aufwachen und ich deshalb manchmal Schlafprobleme bekomme, obwohl der Vater nachts allein für sie zuständig ist und ich also schlafen könnte.
Gut ich habe einmal mit dem Blog angefangen, also muss es auch zu Ende gebracht werden. Andere schreiben Blogs aus alltäglicheren Anlässen. Und ganz normal ist es ja nun auch doch nicht.
Gestern musste ich mir aus der Uniklinik wieder mal das Rezept für die Knochenspritze abholen, die Busfahrt dahin und schlechtes Liegen nachts hatte danach bis jetzt für eklig Schmerzen gesorgt.
Schmerzen; wie fühlen die sich an? Ich will es nicht beschreiben, sie sind aushaltbar, jedoch kommt bei vielen Schmerzen auch immer wieder ein Flashback, wie schlimm es mal war. Wenn es irgendwo zippt, dann sind die Ängste schlimmer als die Schmerzen. Die Schmerzen sind spätestens beim Liegen in Ordnung. Wenn es also zippt, dann erinnere ich mich wieder, wie es war, wie ich zusammenbrach, mich nicht bewegen konnte und die Kinder dann ohne Hilfe waren.
Ich hatte mein Leben lang keine Rückenschmerzen gekannt (mit Ausnahme der Schwangerschaft ...), außer Verspannungen im Nacken, nun hatte ich Rückenschmerzen, die mich in die Knie zwangen. Der erste Zusammenbruch passierte als ich im Vierfüßlerstand auf dem Bett die Babys hin und her legte. Vermutlich war ich da ein Moment nur auf den Knien und der Oberkörper nach vorn gebeugt. Diese Position kann ich seid ein paar Wochen wieder mit großer Anspannung einnehmen. Vorher zippte es noch bedrohlich. Bei diesem ersten Mal "blockierte" sich auch irgendwelche Wirbel, ich brach zwischen den Kindern zusammen und fühlte mich wie zweigeteilt und konnte gar nicht aufstehen (vielleicht hatte ich da auch den Bandscheibenvorfall bekommen). Mein Partner rief ich um Hilfe, er brachte mich wieder nach oben. Die Blockierung konnte die Pysiotherapheuten mit einer einfachen Bewegung wieder raus bringen, seid dem gab es nur kleinere ähnliche Blockierungen. Recken und Strecken und kleine Bewegungen bringen da etwas.
Nach dem ersten Zusammenbruch hieß es "Muskeln sind zu schwach" + ISG-Blokaden + keine Bauchmuskeln wegen dem riesigen Bauch + loses Bindegewebe wegen Stillen. Angst vor Folgen von PDA bestanden am Anfang auch noch. Mit der ersten Diagnose lebte ich dann 2 Monate in denen ich immer wieder zusammenbrach und sehr verzweifelt wurde, teilweise konnte ich mir die Zusammenbrüche erklären; ich hatte halt viel "Sport" gemacht, z.B. vier Stunden wandern (ohne Gepäck).
Warum bin ich nicht zum Arzt gegangen: Ich war zu Hause allein, konnte die Babys nicht tragen und konnte so gar nicht zu einem Arzt gehen. Und die Babys wollten ja fast stündlich was trinken. Ich war also nur bei der Frauenärztin wegen PDA und bei einem Chiropraktiker, der nicht viel fand.
Es gab ganz bunte Symptome: Mal hatte ich keine Kraft zu sitzen. Mal fühlte sich alles super überentspannt an, so als ob ich keine Muskeln mehr hätte - wie bei Babys. Ich war aber so motiviert wieder zu sitzen, dass ich es versuchte, an einem Tag brauchte ich eine Stunde bis es klappte. Dazu musste ich aber heftig alle Muskeln bis zum Beckenboden anspannen. Es erinnerte mich an die Szene aus dem Film Kill Bill in dem die Protagonistin, aus dem Komma erwacht und erstmal eine Weile ihre Füße anschaute und ansprach "bewegt euch". Mehr als Vorstellen von Bewegungen ging oft nicht. Oft zuckte ich im Bett beim Biegen des Rückens ins Holkreuz zusammen (manchmal waren die Babys auf mir und wurden mit gezuckt... ). Wenn mein Partner im Bett lief, konnte ich die Bewegungen, die er verursachte nicht ausgleichen mit den nicht vorhandenen Muskeln und ich zuckte zusammen. Wir zogen dann für drei Monate auf das Sofa, das schön hart war und nichts wackelte und ich mit einer Kiste unter den Beinen in Stufenlagerung sechs Wochen geschlafen habe, die Babys dabei auf mir. Der Gang ins Bett war super kompliziert: es mussten diverse Kissen für mein Hohlkreuz, die Kiste und viele besondere Kissen für die Lagerung der Babys links und rechts neben mir an definierten Stellen liegen. Dann konnte ich mich da hin rollen und die Babys - die vorbereitet links und rechts lagen, zu mir ran rollen, zerren und ziehen. Aufstehen ging nur, in dem ich mich an einem Regal hinter dem Bett hoch zog.
Nach dem Zusammenbrechen hatte ich immer wieder den Ehrgeiz auf Toilette gehen zu müssen, weil ich Angst vor Bettlägrigkeit hatte. Das ging auch immer, aber dafür musst ich an einigen Tagen besagte Zeit warten, bis ich aufstehen und mit Krücken mich bewegen konnte.  An anderen Tagen hangelte ich mich an Möbeln und Türleisten entlang. Wiederrum an anderen Tagen und vor allem Nächten bin ich auf allen Vieren gekrabbelt. Das wurde von Anderen zwar als würdelos empfunden, aber ich wollte unbedingt aufs Klo. Und dann gab es auch das eine oder andere Mal, als auf allen Vieren auch nicht ging, weil die Muskeln im Rücken diese große Fläche nicht tragen konnten da konnte ich nur auf Knien, mit abgestützten Oberkörper vorwärts rutschen. Beim Zusammenbrechen krampfte die Muskulatur eine Weile. Ich musste dann teilweise eine halbe Stunde liegen, bis es langsam wieder ging. In dieser Zeit hatte ich zu Hause immer das Handy bei mir, damit ich Hilfe rufen kann. Allein zusammenbrechen ist ja "ok", wenn man nach einer Weile wieder aufstehen kann, aber die Kinder musste ja jemand betreuen. 
Die Verzweiflung war groß, weil es keine Besserung gab sondern jedes Mal irgendwie schlimmer und länger wurde. Ich hatte dann schlimmen Husten bekommen, der so richtig das Kraut fett gemacht hatte. Aber ich redete mir Hoffnung ein: war glücklich das ich auf Krücken in der Wohnung umherlaufen konnte und kuckte mit Angst auf jeden vorbeifahrenden Rollstuhl - sollte das meine Zukunft sein: Nein! Sarkastisch gesehen, ging ein Rollstuhl sowieso nicht, weil ich nicht lange sitzen konnte.
Aus Nichtwissen, hab ich immer wieder falsche Bewegungen gemacht. Im Nachhinein kann ich mir einige erklären: Tragen von Kindern, Drehbewegung beim Fensteröffnen, Husten, beim Aufstehen Oberkörper zu weit nach vorn u.ä. Andere Zusammenbrüche sind vollkommen unerklärlich und kamen aus dem Nichts. Das passierte alles immer zu Hause, wo ich etwas Zeit hatte auf dem Boden zu liegen. Als es dann einmal einfach beim Spazieren passierte, riefen vorbeifahrende Radfahrer den Notarzt - ich war es ja gewöhnt und hatte es fast als normal eingestuft. Der Notarzt lies mich allein auf die Trage grabbeln, wunderte sich über meine Gelassenheit und brachte mich ganz langsam ins Krankenhaus. Da ahnte ich dann eher aus den Reaktionen des medizinischen Personals, dass es doch doof um mich bestellt ist - weil sie so was sich nicht erklären konnten. Im Krankenhaus war ich für zwei Stunden, komfortabler weise hatte ich für das Stillen der Kinder ein extra Warteraum bekommen. Der Orthopäde testete mich auf Bandscheibenvorfall. Dafür muss man sich u.a. auf Zehenspitzen und Ferse stellen - das ging. Er empfahl mir aber, wegen der Krankenhauskeime mit den Zwillingen wieder zu gehen und ambulant ein MRT zu machen. Ich war froh nicht länger im Krankenhaus zu bleiben, hätte aber da bleiben können, zu Hause stillen war angenehmer. Ich fand schon die vier Tage nach der Geburt im Krankenhaus mit Zwillingen Horror: Da man sie kaum ins Bett nehmen kann, weil sie sonst runter fallen und nur in diesem Glaskasten schlafen durften.
Das MRT gab es wegen Verdacht auf Bandscheibenvorfall dann zwei Tage später, nach dem Wochenende auch die Diagnose. Nach der Diagnose hab ich glücklicherweise nie mehr eine falsche Bewegung gemacht, zwei Monate war ich sehr starr herumgelaufen und dadurch brach ich wohl nicht mehr zusammen.
Wenn ich mich jetzt daran erinnere, bin ich wieder froh, wie gut es mir schon ein paar Wochen nach der Diagnose ging und erst recht jetzt. Die Krücken sind im Keller.
Ach, ja jetzt weiß ich auch warum ich den Blog schreibe: Es ist eine Möglichkeit das Erlebte zu verarbeiten. Private Psychotherapie also.

Mittwoch, 30. September 2015

Eis essen und in der Sonne spazieren. Vitamin D und Kalzium


Der Sommer ist vorüber, die Vitamin D-Quelle Sonne wird seltener. Ich laufe jetzt manchmal mit Daunenjacke und hoch gekrempelten Hosen herum, weil es so kalt ist, ich aber noch etwas Sonne abbekommen möchte.
Pro Woche soll ich 20.000 Einheiten Vitamin D nehmen. Ganz schön viel. Aber ich hatte nach dem Winter einen kräftigen Vitamin D Mangel und die Dosis ist wohl so üblich. Ich hab mich sonst immer vor Sonne geschützt, diesen Sommer machte ich das nicht mehr. Nur mit den Babys kann ich nicht in die direkte Sonne. Vitamin K ist auch wichtig. Am Anfang hatte ich noch viel Blattsalat gegessen und den ganzen Grünkohl im Supermarkt leer gekauft, seid ein paar Wochen vergess ich das.
Beste schwangerschaftsassoziierte Osteoporose Mahlzeit: Grünkohl, hier mit Maisgries.
Aus dem Glas ist der Grünkohl schnell gemacht und Maisgries muss auch nur mit heißem Wasser kurz gekocht werden und kann dann etwas ziehen.

Ich nehm aber das einzige Nahrungsergänzungsmittel in der neben Kalzium und Vitamin D auch Vitamin K (1K1 und K2) drin ist. Fleisch mag ich nicht und auf Cola kann ich gut verzichten, beides große Phosphatquellen, die die Calciumaufnahme behindern.  Da ich wenig Zeit zum selber koche  habe, bin ich ganz dankbar, dass mir ab und zu was gebracht wird, da ist es mir auch egal, ob da Fleisch drin ist. Meiner eigen Theorie nach, nehme ich die Kalziumprodukte dann mit großem Abstand zu den phosphathaltigem Fleisch ein.
Das "positive" an der Krankheit schwangerschaftsassoziierten Osteoporose ist, man kann beim Spazieren in der Sonne (Milch-)eis essen und macht was für die Genesung: Spaziern belastet die Knochen und motiviert sie so zum Aufbau moderat und sonnen bringt Vitamin D und das Eis (hoffentlich ein wenig) Kalzium, aber auf jedenfall gute Laune! Im Winter wird das leider seltener der Fall sein, die Eisläden machen schon zu.

Sonne und Eis ist gut für Knochen und Stimmung
Hier sind meine Notizen zur Osteoporose Diat. Hinter dem "Wirkstoff" wie Oxalsäure steht kurz was es macht und danach kommen ein paar Lebensmittel die viel von diesem Stoff haben. Viele Lebensmittel haben positive und negative Wirkungen, z.B. die Milch. 

😃Günstige Nahrungsmittel bei Osteoporose

Vitamin D: nowendig für Knochenaufbau

Ei (200), Aal (5000) Heilbutt, Hering, Fetter Seefisch, Sardnine, Thunfisch, Lachs, Makrele, Magarine mit Vitamin D, Eier, Pilze
Sonnenbaden (ist viel viel effektiver als Vitamin D über Nahrung einzunehmen

Vitamin K: wichtig für Knochenaufbau

Leber, Grünkohl, Broccoli, Schnittlacu

- Vitamin K1

grünes Blattgemüse

-Vitamin K2: Calciumeinbau

Milchprodukte, Eier, Leber

Östrogen: Knochenaufbau

Soja, Leinsamen, Linsen, Kichererbsen

Kalziumreich: Bausteine für Knochen

Milch (fettarme), Hartkäse (Parmesan), BrokkoliGewürze: Kresse, Petersilie, Schnittlauch,
Kalziumreiches Mineralwasser

Magnesium: Hilfe für Calciumeinbau in die Knochen

Nüsse und Samen

Quelle: http://healthandscience.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=535:achtung-achten-sie-bei-der-einnahme-von-calcium-immer-darauf-dieses-mit-magnesium-und-vitamin-d-zu-kombinieren&catid=20&Itemid=316&lang=de
Quelle: http://www.magnesium.de/magnesiumzufuhr/wie-viel-magnesium-enthalten-lebensmittel/

Phosphat/Kalzium optimal Verhältnis

(Manche Nahrungsmittel haben viel Kalzium aber haben z.B. einen hohen Phosphat Anteil, der die Kalziumaufnahme verhindert. Bei folgenden Nahrungsmittel ist der Anteil zu Gunsten des Kalziums verschoben: viel gestritten wird z.B. über Milchprodukte)
Grünkohl, Fenchel, Nüsse, Hülsenfrüchte, Orangen, Rucola, Brocoli
Quelle: http://www.gaertner-servatius.de/merkblaetter/calciumtabelle.php

Kalium, Vitamin C; Omega-3-Fet: machen auch was gutes

Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/osteoporose-praevention.html

😈Ungünstige Nahrungsmittel bei Osteoporose

Kochsalz: fördert Kalziumausscheidung

Eiweiß: Fördert Ausscheidung von Kalzium

Fleisch, Wurst

Flourid: konkuriert mit Kalzium, beim Aufbau in Wirbelsäule

Meerfisch, schwarzer Tee, Spinat, Butter, Eier, Erdnüsse, Hirse, Käse, Spinat und Walnüsse.
Quelle: http://www.kochmix.de/kochmagazin-fluor--welche-lebensmittel-decken-meinen-fluorbedarf-576.html

Koffein: fördert Kalziumausscheidung

Oxalsäure: verhindert Kalciumaufnahme

Kakau, Rote Rüben, rote Beete, Rhabarbar, Spinat, Mangold, Sauerampfer, Walnüsse, Mandeln, Ernüsse

Phospate: verhindern Kalciumaufnahme

Chips, Cola, Limo, Hefe, Fastfood, Fleisch, Fisch, Schmelzkäse, Vollei, Haferflocken, Nudeln, Reis, Cornflakes, Haselnüsse, Bohnen

Phytate/Phytinsäure und Lignine: hemmen Kalziumaufnahme

bei normalem Verzehr vernachlässigbar: Getreide, Ballaststoffe

Alkohol

ist immer schlecht
 

Mittwoch, 23. September 2015

Schrumpfung

Als ich mich kurz nach meiner Diagnose gemessen habe, war ich genau 168 cm groß, so groß wie es seit meinem ersten Ausweis amtlich festgestellt wurde. Das war zumindest nach der Diagnose ganz erfreulich.
Heute früh komme ich auch mit dicken Socken nicht mehr auf die 168 cm. Ich bin geschrumpft?! Es ist vielleicht ein halber Zentimeter.
Ein paar meiner weiblichen Vorfahren waren auch recht klein geworden im späteren Alter. Liegt es in der Familie? Ich werde in einem Jahr eine weiter Messung machen.
Nachtrag vom September 2016: Ich erreiche nicht mehr die genauen 168 cm, bin aber auch nicht kleiner als 167,5 cm geworden.Vielleicht handelt es sich nur um Meßfehler.
Nachtrag November 2016: Ich hab heute an einer Umfrage teilgenommen. Dazu musste ich einen individuellen Teilnehmercode erstellen, damit ich später auch noch mal teilnehmen kann. Ein Teil dieses Codes bestand aus meiner Körpergröße: Ich wußte nicht was ich da schreiben sollte. Da ich als Soziologin auch solche Umfragen gestaltet habe, find ich es ganz interessant, dass die Körpergröße nun doch nicht für jeden Menschen unveränderlich ist. Für ältere Frauen ja nun gar nicht.

Dienstag, 15. September 2015

Füße statt Bücken


Nach dem ich die Diagnose schwangerschafstsassoziierte Osteoporose erhalten habe, fragte ich meine Physiotherapheutin sofort, wie ich mich nun bewegen soll. Ich fragte, wie ich gehen, sitzen, liegen und aufstehen sollte. Es kam mir vor als ob, ich das alles verlernt hatte. Nach der Schwangerschaft lief ich ja noch Wochen rum wie eine Ente, ich wußte nicht mehr wie mein Gang war. Wichtig war vor allem: Rücken gerade halten. Ich denke das war der Hauptgrund warum ich mir später nicht mehr zusammengefallen bin. Ich sollte die Wirbelsäule weder nach vorn nach hinten oder links und rechts biegen. Wie ein Roboter sollte ich mehrere Monate laufen. Ich dachte Anfangs mindestens ein halbes Jahr, aber schon nach zwei drei Monaten konnte ich mich eleganter als ein Roboter bewegen. Aber es bleibt auch nach einem halben Jahr noch Bewegungseinschränkungen. Wenn kleine Dinge vom Boden aufzuheben sind, dann bück ich mich selten, ich benutz meine Füße. Wenn die Babys auf dem Boden spielen und eine kleine Hilfe brauchen, kann man vieles mit den Füßen machen. Man kann sie sogar mit Füßen und Beinen wieder auf den Bauch legen, für größere Hilfen lag ich oft daneben auf der Seite. Auf der Seite liegen ist auch nicht ideal aber besser als Bücken. Da Aufstehen und Hinlegen nicht so einfach ist mach ich auch das selten. Aber es wird immer mehr, je mehr ich es übe, um so besser wird es.

Ansonsten muss alles extrem Rückengerecht gehoben werden, das belastet die Knie, aber ich könnte jetzt Lehrviedos über rückengerechtes Heben machen.
Wenn ich die Babys vom Boden hebe, dann hab ich mich ein paar Wochen neben sie gelegt, runter zu lasse ich sie oft auf ein Kissen gleiten. Jetzt geht es aber besser mit dem Heben ich freu mich jedoch, wenn es andere machen können.

Nachtrag Jan 2017: Hin- und wieder hab ich letztes Jahr einen Verbesserungsschubgemerkt, ich hab tagelang und jetzt manchmal wochenlang kaum Schmerzen, dann hab ich unterbewusst aufgehört, mich rückengerecht zu bewegen. Und sofort waren die Schmerzen da. Ich muss also immer noch alles extrem rückengerecht machen. 
Zu Beginn war das etwas frustrierend, dass ich nun meine Bewegungen anders gestalten muss, nun laß ich aber, dass in anderen Kulturen das Beugen mit geradem Rücken viel verbreiteter ist als im westlichen Raum: http://thepowerofposture.net/bending/ Ob das so stimmt weiß ich nicht, aber es hilft, zu akzeptieren, dass ich die einfachen Bewegungen nun anders ausführe als vorher. 

Dienstag, 25. August 2015

Vorsätze übern Haufen werfen lernen

Wie viele werdende Mütter hatte ich einiges im Kopf, was ich mit den Kindern machen wollte. Vieles musste ich aufgeben zumindest für eine Weile. Einiges war recht leicht. So hab ich mir noch keine Gedanken gemacht wegen der Weckwerfwindeln, schon weil ich nicht dauernd ein Kind zum Wickeln tragen will. Andere Dinge kamen mir aber anfangs so vor, als ob meine Lebensträume platzen. Dazu gehören lange spazieren oder wandern in Natur. Als es mir klar wurde, diesen Sommer werde ich es nicht können, da fühlte ich mich gefangen in der Wohnung und auch behindert. Ich lief ja ein paar Wochen auf Krücken und konnte kaum 100 Meter laufen, war also zeitweise auch gehbehindert. Diesen Zustand musste ich erst Mal akzeptieren. Im Nachhinein war alles nicht so schlimm, weil es vorbei ging. Es gab in meinem Leben sicher Zeiten, zu denen ich mich wochenlang auch wenig bewegt habe ohne das ich dachte, mein Leben ist nun beschränkt. Andere Menschen sind sogar froh, wenn sie, so oft es geht, sich nicht bewegen müssen und fahren am liebsten mit dem Auto, das ist zwar nicht toll für die Gesundheit und Umwelt, aber immerhin sind sie froh dabei. Andere Leute können nicht weit laufen, weil sie wo wohnen, wo das nicht geht und die Eltern da wirklich zu Hause sind mit den Babys und höchstens mal für eine wichtige Fahrt raus aus der Wohnung kommen, auch diese Menschen sind froh bzw. kennen es einfach nicht anders. Als mir dies dann alles bewusst wurde, konnte ich es eher akzeptieren und hatte Geduld.

Eine gute Freundin mit einem anderen Krankheit erzählte, sie habe in der Zeit der Bettlägrigkeilt sich auf das konzentriert, was die Krankheit ihr nicht nehmen konnte. Bei ihr war es nur noch das Denken. Ich hab angefangen mich mit Entwicklung von Babys zu beschäftigen und mir klar gemacht, was ich so alles habe, vor allem die zwei Babys. Ich musste es aber lernen und nun klappt es und ich hab mich daran gewöhnt. Es stört mich nicht, dass ich kein Baby tragen kann und mich immer noch aller vier Stunden spätestens hinlegen muss.
Schwierig zu bewältigen war auch, dass ich nicht mehr stille, es musste aber sein und wenn jetzt noch manchmal der Gedanke aufkommt, das es schade ist, dann stell ich mir immer vor, dass das Stillen meine Knochen verflüssigt hat.
Schnuller sind auch so ein Ding. Ich dachte vorher, wenn die Babys einen brauchen muss man den andauernd suchen. Jetzt denke ich, wenn die mit Schnuller mir 10 Minuten Zeit für irgendwas geben, suche ich gern eine Minute. Mit Schnullerband entfällt das Suchen oft und mit 6 Monaten beginnen sie auch, den Schnuller selbst sich in den Mund zu stecken.

Nachtrag 2017: Eine Tätigkeit gibt es immer noch, die ich auf lange Sicht immer noch nicht machen kann: Schwere Rucksäcke oder Kinder viele Stunden tragen. Dadurch entfallen alle längeren Wanderungen ... aber insgeheim bin ich auch froh. Denn auch mit gesundem Rücken ist das ganz schön anstrengend. Nun gibt es gar keine Diskussionen. Ich warte also mit dem Wandern mit Familie bis die Kinder größer sind, bis dahin sind wir im Sommer am Wochenende eben meist in unserem Wochenendhäuschen.

Mittwoch, 19. August 2015

Hilfen

Habe gerade mal ein paar Stündchen Zeit für mich, da eine Freundin den Kinderwagen schiebt.
Mein ganzes Leben lang war ich immer stolz, wenn ich alles alleine geschafft habe. Schon als Kleinkind wollte ich vieles alleine machen. Das war mit der schwangerschaftsassoziierten Osteoporose nun vorbei, aber nicht auf ein Mal. Ich musste lernen, um Hilfe zu bitten. Heute geht das etwas besser. Ich hab es aber auch nur gelernt, weil zwei andere Wesen diese Hilfe brauchten.
Obwohl ich die Kinder wieder trage, und aus Spaß Babygewichtheben mit ihnen mache, bitte ich jedesmal wenn jemand in der Nähe ist, ihn die Babys zu tragen, egal ob dies das erstmal für die Person ist, dass sie ein Baby trägt oder ob sie Kindergartenmitarbeiter ist. Mein Partner trägt bei Ausfahrten ins Grüne beide Kinder und Rucksack ... ich Nichts und habe auch kein schlechtes Gewissen. Die Großeltern helfen ebenfalls, der Opa der in der gleichen Stadt wohnt, kommt jeden Dienstag, fährt mit den Kindern spazieren, geht mit uns ins Schwimmbad, geht einkaufen, Müllrausbringen und macht einmal in der Woche Mittagessen. Die Schwiegereltern, die weiter wegwohnen helfen auch gern und wohnten auch ab und zu bei uns. Am Wochenende haben Onkel und Tante gerade in der akuten Phase die Kinder stunden- oder tageweise komplett betreut: Windeln, Fläschchen, Schaukel und Spielen.
Da mein Partner arbeitet, waren Haushaltshilfen notwendig. Es war sehr stressig diese zu organisieren, da wir eine Haushaltshilfe für acht Stunden brauchten, der Verein, den wir herangezogen haben, aber nur mit Leuten arbeitete, die das nicht Vollzeit machen. Wir hatten insgesamt vier Hilfen, von denen kaum eine für acht Stunden mal da war. Es war daher gut, das mein Partner unbezahlten Urlaub nehmen konnte, für den er von der Krankenkasse Verdienstausfall erhielt. Da kam dann für zwei Monate Ruhe rein.
Die Haushaltshilfen waren unterschiedlich engagiert, eigenverantwortlich und fleißig und für entspanntere Zeiten auch ideal gewesen. Ich hatte zwar immer ein sauberen Fußboden, es nervte mich aber, dass ich immer für die Hilfen mitdenken musste und Aufgaben geben musste, wenn die Babys mal schliefen. Die ein oder andere sah Arbeit jedoch allein und fragte wenig.

Eine weitere Hilfe ist die ehrenamtliche Hilfe über die Bundesstiftung Mutter und Kind. Sie wird in jeder Stadt von anderen Trägern organisiert. Es kommt bei mir eine junge Frau, die für zwei, drei Stunden meist den Kinderwagen ausfährt (mit Babys). Da hab ich mal Zeit um Sachen zu erledigen.
Schon von Anfang an besuchten uns Freunde, denen wir schon in der Geburtsanzeigen E-Mail mitgeteilt haben, dass Besuch gern gesehen ist, wenn er was zu Essen mitbringt. Einige Freundinnen kamen sogar jede Woche und haben was Leckeres mit gebracht oder den Kinderwagen geschoben. Andere Bekannte haben mir auch helfen wollen, wodurch ich sie erst kennen lernte.
Nach dem ich gelernt habe Hilfe anzunehmen, sage ich immer zu, wenn sich jemand anbietet und schlage dann Mittagessen oder Kinderwagen schieben vor. Oft ergibt sich dann noch mehr.
Manchmal ärgere ich mich immer noch, dass ich nicht alles allein schaffe, das führt aber eigentlich nur zu Stress. Ich denke dann gern an die vielen Menschen die über Ecken bereit stehen, notfalls für die Kinder da zu sein und ich denke gern an andere Gesellschaften, wo junge Eltern in größere Familienverbände integriert sind, wo es vermutlich mehr Hilfe gibt. So allein mit Babys den ganzen Tag ist meiner Meinung nach mittlerweile ziemlich blöd.

Freitag, 14. August 2015

Wie Babys ohne Tragen auskommen (müssen)

Die Babyschaukel im Wald.

Nach dem viele davon erfahren haben, dass ich schwangerschaftsassoziierte Osteoporose habe, hatten manche kaum glauben können, dass Babys groß werden können, auch wenn man sie gar nicht trägt. Es ging jedoch.
Ich bin nicht unsportlich und konnte schon 20 Kilorucksäcke tragen, daher dachte ich, ich trage dann auch mal beide Kinder. Als ich das das 1x Mal gemacht habe, brach wohl ein Wirbel und es blockierte etwas sehr eklig, zu mindestens brach ich zusammen und konnte nur mit Hilfe aufstehen.
Schon wenn ich ein Kind getragen habe, fühlte es sich an, wie das Tragen eines 20 Kilo Rucksack nach einem Tag. Dass ich geschädigte Wirbel und starke Osteoporose hatte, wusste ich da noch nicht. Immer wieder dachte ich dann, dass Kinder Traglinge wären und so oft wie möglich getragen werden müssen und so und hab ich es eisern versucht. Bis mir ein Baby beim Hochnehmen runterfiel - in sein Bettchen glücklicherweise und ich auf das Gitter des Betts. Ich hab dann zum Schutz der Babys sie konsequent 3-4 Monate gar nicht getragen, wenn ich sie im Bett bewegen wollte hab ich sie gerollt. Auch sonst hatte niemand Geduld die Babys länger zu tragen und außerdem wurde es auch starken Männern schnell zu schwer, bzw. erschien uns das Tragen im Tragetuch mit zwei Babys wie ein unbequemes Gequetsche. 

Als Ersatz für das Tragen haben wir zwei Tragetaschen für den Kinderwagenanhänger genommen, die haben wir an ein stabiles Gummiseil gebunden und dann in der Wohnung aber auch draußen gewippt, über einen Umlenker gab es ein Seil wodurch das Wippen bequem war, sogar in (unserem) Schlaf konnten wir das einmal machen. Für mich war das immer eine Notrettung, wenn ich die Kinder sonst nicht beruhigen konnte. Das Einschlafen ging in den ersten 2,5 Monaten zunächst nur auf mir, in der Zeit nach der Diagnose wurden sie intensiv gewippt, dann wurde das Wippen immer weniger. Eine gewisse Zeit hab ich die Kinder beim Einschlafen im Bett, dann noch "gewackelt", dann wurde das Wackeln weniger, es wurde zum Festhalten und mit 6,5 Monaten schlafen sie eigentlich ohne Zutun aber mit Schnuller ein, teilweise murmeln sie noch vor dem Schlaf oder weinen mal ganz kurz.
Außerdem hab ich mich hingelegt auf den Rücken und die Babys auf mir rumtollen gelassen. Auch mit angewinkelten Beinen im Liegen kann man sie auf sich setzen lassen - dies ging natürlich auch nicht immer. Als ich am Anfang noch gestillt habe, da konnte ich sie auch nicht zum Bäuerchen hochnehmen, also hab ich sie nach dem Stillen auf den Bauch gedreht, da konnten sie dann rülpsen. Zum Glück hatten die Kinder keine gesundheitlichen Probleme und haben nie wirklich gespuckt.
Nun ist es für mich selbstverständlich, dass die Kinder liegen und sich aus dem Liegen heraus bewegen und das machen sie sehr gern. Jetzt trage ich die Babys nur kurz zum Wickeltisch, vom Bett auf den Boden, in den Kinderwagen, mal auf die Wiese im Hof oder gehe einmal am Tag mit einem Baby durch die Wohnung. Wenn andere da sind, bitte ich zunächst immer darum, dass die Babys getragen werden.

Montag, 3. August 2015

Der Fahrplan, Checkliste zum Gesund werden

Checkliste zum gesund werden.
Kurz nach der Diagnose schwangerschaftsassoziierte Osteoporose hatte mir ein Verwandter einen "Agenda" gemacht. Darauf stand nach Themen geordnet diverse Handlungsoptionen wie eine Checkliste. Das erschien mir auf den ersten Blick ganz schön viel Aktionismus, ich fand Checklisten und Heilung passen nicht zusammen. 
Die Liste war aber wirklich gut, weil es mir vor Augen gehalten hat, was ich alles machen kann.
Hier ein Ausschnitt mit allgemein verständlichen Punkten. Ich erinnere mich jetzt wieder was das für ein Aufwand mit der Organisation mit der Haushaltshilfe war und ein Rumgefahre zu Ärzten.
Auch sehr wichtig erschien mir später der Punkt Ablenkung. Zu den einzelnen Punkte werde ich bald jeweils mehr schreiben, nicht alle wurden umgesetzt. Mir hat aber insgesamt die Idee so einer Checkliste gefallen, weil man die Krankheit von den verschiedensten Seiten angreifen kann und weil man sieht man kann was machen, auch wenn es erstmal nur Ablenkung ist. Auch gut war, dass nicht ich oder mein Partner das gemacht haben, da wir sowieso überfordert waren.

1. Organisation interne Betreuung
Plan für kommende Wochen erstellen
Onkel, Tante, Oma, Opas


2. Organisation externer Haushaltsdienstleistungen/Betreuung
Option 1: Privat
Privat: z.B. 5,25 Euro (Klären - Steuerlich und Krankenversicherung etc.)
Ansprechen Freunde und Bekannte
Angefragt schon bei xy
Option 2: Pflegedienste
Liste erstellen
Gestaltungsmöglichkeiten
Pro Tag: 8 Stunden
Keine Verwandten 1. und 2. Grades, Verdienstausfall des Lebensgefährten
Verdienstausfall
max. 1 Monat, Formulare bestellen, 96 Euro/Tag; Recherche nötig unbezahlte Freistellung

3. Projekt: Abstillen
Recherche in Büchern und Online
Auswahl Prämilch
Auswahl und Einkauf Fläschen und Sauger
Prozess des Flaschengebens planen und optimieren

4. Projekt: Therapie Rücken
Plan Schmerztherapie erstellen, Vitamin D und Kalzium-Substitution
Paracetamol/Ibuprofen Höchstdosen
Osteoporose-Diät (Kalzium, Vit-D-betont, etc. googeln), Sonnenlicht

Fachärzte:
Klären; Checken Vitamin D und Kalzium-Substitution für Maria UND Kinder?
Orthopädieüberweisung
Überweisung Endokrinologie
Besprechen Psychosomatik ambulant, ggf. Überweisung
Frauenärztin: Abstillen
Haushalsthilfe für bis 1/2 Jahr
Kur: in der näheren Umgebung, ggf. auch ohne Kinder(?)

5. Projekt Ablenkung
DVDs, Bücher etc.
Grillen mit Nachbarn,
psychotherapheutisches Malen
E-Mail mit Freundin
Kinderentwicklung beobachten, Babys fotografieren
Lieder lernen

Sonntag, 2. August 2015

Motivation

Vor drei Monaten habe ich die Diagnose schwangerschaftsassozierte Osteoporose erhalten. Das war eine Horrorzeit. Nach der Knochendichtemessung habe ich die Knochen einer über Hundertjährigen - wenn nicht gar 150-jährigen. Bei 4-5 Wirbeln ist die Deckplatte eingebrochen und bei einem ist auch die Seitenwand leicht eingebrochen. Die Vorstellung die Wirbelsäule ist mir eingebrochen empfinde ich immer noch als gruslig.
Ergebnisse der Knochendichtemessung
Heute Abend geht es mir trotzdem ganz gut und deshalb beginne ich diesen Blog, außerdem hab ich mal wieder festegestellt, dass es nicht viel im Internet zu der Erkrankung gibt. Die Krankheit ist sehr selten, zwischen 4 bis 10 Frauen unter 1 Millionen erkranken an der schwangerschaftsassoziierten Osteoporose. Es betriff wie der Name sagt Schwangeren, aber auch wer stillt kann es bekommen (das Eine geht ja meist dem Anderen voraus). Bei ungefähr 600.000 Geburten wären dies ca. 6 Fälle pro Jahr. In meiner Stadt Dresden müssten dann aller paar Jahrzehnte ein Fall auftreten. Zufällig weiß ich noch von einer anderen Betroffenen hier. Vielleicht treffen wir uns Mal.
In den nächsten Wochen und Monaten berichte ich hier etwas zum Alltag mit Wirbelbrüchen, Rückenschmerzen und der Betreuung von zwei Kindern, außerdem werde ich ab und zu Mal zurückblicken.