Fast ein Jahr nichts mehr geschrieben. Warum? Es wird nur alles besser und ich hab tatsächlich keine Lust mehr mich mit dem Thema Osteoporose groß rumzuärgern. Selbst auf der geheimen Facebookseite schau ich kaum noch. Immer wieder sind da neue Frauen, immer erzählen sie die gleiche Geschichte. Glücklicherweise sind andere da, die dann jedesmal ein Willkommen ausrichten.
Einiges hab ich gelernt, Ernährung ist super wichtig. Einige weitere medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass ich schon auch außerhalb der Wirbelsäule nicht ganz normal bin. Insbesondere Leber und Verdauung. Kein Alkohol, FOSOMAP-Diät, insbesondere kein Gluten. Und es geht mir super im November ist noch mal ein Knochendichtemessung, außer dem behandelnden Endogrinologen haben alle anderen Ärzte verstanden, dass ich Bisphosohonate nicht geeignet finde. Er hatte mir letztes Jahr nach Absetzen von Forsteo fast gedroht, dass ich mir wieder Knochen brechen werde ohne Bisphosphonate.
Die Einschränken auf Arbeit sind äußerst gering. Na klar gibt es mal Tage an dem der Rücken ganz schön nervt, da reicht auch mal nur falsch gelegen zu haben. Es gibt immer noch in großen Monatsabständen die Angst: oh ich hab mir wieder was gebrochen. Auf Arbeit rücke ich keine Tische und Stühle, habe aber mittlerweile gelernt, wie ich auch auf unergonomischen Sitzen wenigsten ein zwei Tage überlebe. Schrecklich sind immer noch Bahnfahren. Irgendwie sind die Sitze so dass man dabei immer einen krummen Rücken machen muss in der Bahn. Naja, gleich gehts mit der Bahn in meinen Kleingarten. Dort habe ich schon letze Woche (Kinder waren mit Vater im Urlaub) wie wild kleine Bäume gesägt, mindestens zehn Stunden an zwei Tagen Gartenarbeiten gemacht. Das tat dann weh. Aber ohne die Kinder habe ich die Nerven, die Schmerzen zu ertragen und das Gute ist, dass sie am Morgen immer weg sind.
Im deutschsprachigen Internet waren schon lange keine neuen Frauen mehr aufgetaucht, mit der schwangerschaftsassoziierten Osteoporose das ist natürlich gut.
Psychisch leide ich nicht mehr unter der Krankheit. Neulich hat mich ein alter Bekannter gefragt wie es so läuft, ich hatte wirklich Lust mich mit ihm über alles mögliche zu unterhalten aber da konnte ich nur sagen "Ja, ich merk schon fast täglich den Rücken und muss aufpassen. Aber erhlich gesagt, die Krankheit interessiert mich nicht mehr."
So, das wars dann erstmal.
Alltag mit einer seltenen Krankheit die in der Schwangerschaft, nach der Geburt und in der Stillzeit auftritt und zu heftigen Rückenschmerzen und Zusammenbrüchen führt.
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Freitag, 12. Oktober 2018
Samstag, 21. Oktober 2017
Inneneinrichtungstipps
Mein Büro ist nun komplett. Die Arbeitsagentur hat mir einen elektirsch stufenlos höhenverstellbaren Tisch bezahlt. Dazu muss man ein Antrag auf Erstattung von technischen Arbeitsmitteln ausfüllen. Eine Behinderung braucht man dafür nicht, aber ärztliche Befunde, die Probleme mit der Wirbelsäule nachweisen. Der Tisch ist wirklich toll. Wenn
ich sitze, stütze ich mich auf ihm ab (er könnte etwas tiefer sein,
damit man dann nicht so nah am Bildschirm ist). Kollegen sind neidisch.
Die Universität hat mir außerdem einen Stuhl bezahlt und organisiert, der der rückengerechteste auf dem Markt sein soll (dafür hab ich gar nichts gemacht außer gesagt, dass ich eine Behinderung von 20 Grad habe und Probleme beim Sitzen, das war also Glück). Aber auch dieser Superstuhl funktioniert nach wie vor nur mit meinem Frosch-Sitzkissen und einem zusätzlichem Nackenpolster, wenn ich mich mal zurücklehnen will. Es gibt für Computerspieler auch Sitze die bis zu 180° zurückschraubbar sind, aber die sehen dann nicht nach Büro aus. Ich hab lange überlegt, so einen zu kaufen, aber mir erschien die Rückenlehne dann selber etwas ungerade und unbequem.
Leihweise hab ich auch einen Swopper: der ist aber erst mit dem höhenverstellbarern Tisch brauchbar geworden, davor hab ich ihn nur zum Beinehochlegen genutzt.
Ein Stehhilfe fehlt noch und ein Laptopp - Letzteres ist wohl auch bequemer als ein Desktoprechner.
Die Universität hat mir außerdem einen Stuhl bezahlt und organisiert, der der rückengerechteste auf dem Markt sein soll (dafür hab ich gar nichts gemacht außer gesagt, dass ich eine Behinderung von 20 Grad habe und Probleme beim Sitzen, das war also Glück). Aber auch dieser Superstuhl funktioniert nach wie vor nur mit meinem Frosch-Sitzkissen und einem zusätzlichem Nackenpolster, wenn ich mich mal zurücklehnen will. Es gibt für Computerspieler auch Sitze die bis zu 180° zurückschraubbar sind, aber die sehen dann nicht nach Büro aus. Ich hab lange überlegt, so einen zu kaufen, aber mir erschien die Rückenlehne dann selber etwas ungerade und unbequem.
Leihweise hab ich auch einen Swopper: der ist aber erst mit dem höhenverstellbarern Tisch brauchbar geworden, davor hab ich ihn nur zum Beinehochlegen genutzt.
Ein Stehhilfe fehlt noch und ein Laptopp - Letzteres ist wohl auch bequemer als ein Desktoprechner.
Freitag, 7. Juli 2017
1. Arbeitswoche 1. Arbeitsmonat
Geschaft! Die erste Arbeitswoche ist vorbei. Hier ein Protokoll:
Ich musste zweimal täglich für drei Stunden sitzen. Da mein Lebensgefährte auch noch auf Dienstreise war, war es extra schwer zu Beginn:
1. Tag: Hilfe, Aua schaff ich das wirklich? Antrag auf einen höhenverstellbaren Steh-Sitz-Tisch bei der Arbeitsagentur eingereicht. Auch das abwechselnde Sitzen auf dem Swober bringt nichts. Das ist ein Sitz, den mir mein Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat. Der Sitz schwingt in alle Richtungen auch kann man so hüpfen wie auf einem Sitzball. Abends geheult, weil der Rücken so weh tut. Träume von einer Liege fürs Büro. Bürostühle mit Liegefunktion gibt es auch, sind aber natürlich teuer und das Richtige hab ich auch nicht gefunden.
2. Tag: Bekomme erst nächste Woche Laptop kann also das nicht höhenverstellbare Stehpult, was mir auch mein Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat, nicht nutzen. Zur Mitagszeit mit Kollegin ein längeren Spaziergang gemacht, da auch sie weiß, dass dies gut für die Gesunheit ist. Meine Vorgesetzte hält auch viel von Bewegung. Opa hat die Kinder abgeholt. Das war eine Erleichterung. Nachmitags konnte ich mich hinlegen. Aber Kinder sind kränklich und wenn es nicht meine erste Arbeitswoche geweseen wäre, hätte ich sie nicht abgegeben. Blöde Situation.
3. Tag: Hab an meinem Stuhl alle Einstellungen überprüft. Und hab die Idee für eine fast-Liegeposition mit Hilfe eines Sitzsacks. Tagsüber auch mal für fünf Minuten auf den Boden hingelegt, weil es so weh tat. Zu Hause allein mit etwas kränklichen Kinder. Das war wieder nicht leicht. Froh früh in Bett zu kommen. Aber der Rücken tut nicht so extrem weh wie am ersten Tag.
4. Tag: Sitzsack ausprobiert. Mithilfe eines Hockers konnt ich fast Liegen: Scheint zu funktionieren. Es darf nur keiner zur Tür hereinkommen. Aber alle sind gerade im Urlaub. Opa hat die Kinder abgeholt und mein Lebensgefährte war auch wieder da. Erleichterung ich kann mich Nachmitags mal hinlegen.
5. Tag: Keine großen Beschwerden, nutze Sitzsack sehr viel. Abwechselnd auch mal Hocker und Knien auf dem Stuhl. Nach Arbeitsende den Sitzsack aber versteckt. Den er ist giftgrün und hat die Form eines Frosches. Das wirkt nicht so seriös, wie ich es sein sollte ;-) Papa holt die Kinder ab. Nachmitags Zeit zum Ausruhen: herrlich. Da bin ich fit für den Abend. In ein paar Monaten hätte ich sicher jetzt auch die Kraft Einkaufen zu gehen. Nächste Woche ist der Papa wieder auf Dienstreise. Aber dann ist es auch entspannter, weil ich jetzt schon vieles gelernt habe. Wenn dann die Dienstreisen aufhören wird es sicher noch besser.
X-ter Tag im ersten Monat:
Jo es läuft. Hab super Glück. Der Sitzsackfrosch ist immer noch meine Stütze und es gibt Tage an denen der Rücken so toll weh tut, dass es mich an "alte" Zeiten erinnert. Aber ich hab die Theorie, dass es wenig mit dem Sitzen zu tun hat. Vielleicht liegst an der doofen Matratze nachts. Bald sind wieder drei Wochen allein zu Hause: davor hab ich etwas Angst. Aber zwei Wochen allein ohne Partner hab ich ja schon geschaft. Ein "Rehastuhl" ist auch beantragt, vom Arbeitgeber, aber ich bezweifle, ob der Antrag Erfolg hat. Alle Kollegen, denen ich bisher angedeutet habe, warum ich ein anderen Tisch oder Stuhl brauche, haben 100 % Verständnis, vor allem weil ich angeben kann, dass ich eine anerkannte Behinderung habe. Auch den grünen Frosch versteck ich jetzt nicht mehr. Es interessiert also niemanden wie ich in meinem Kämmerlein sitze. Sind ja meist auch viele junge Doktoranden, die auch gern mal die Füße auf den Tisch legen, weil es sich so bequemer arbeitet.
Arbeiten macht wieder Spaß, vor allem nach dem ich vor zwei Jahren Angst hatte, nie wieder arbeiten zu können in meinem Beruf. Zufällig ist die Stelle für mich auch noch einmalig. Also ich bin zur Zeit super glücklich, wie alles ist. Und ich bin eine ganz andere im Vergleich zu derjenigen, die den Blog hier begonnen hat ;-)
Nachtrag nach 4 Monaten:
Wenn ich in meinem kleinem Büro allein sitzen kann wie ich will ist alles bestens (dank tollem Stuh und Tisch). Ab und zu muss ich aber mal ein Weiterbildung besuchen: also 8 Stunden sitzen, auf meist doofen Stühlen.( Ich arbeite an der Uni) Meine Erfahrung bisher. Wenn ich dem Dozenten kurz erkläre, ich hol mir ein besseren Stuhl, bzw. stell mich immer mal für 30 Minuten hin, oder lümmle so rum, dann stoße ich auf absolute Akzeptanz. Auch die andern (Doktoranden) akzeptieren das zu 100 %. Das ist so toll! Diversity lebe hoch!
Ich musste zweimal täglich für drei Stunden sitzen. Da mein Lebensgefährte auch noch auf Dienstreise war, war es extra schwer zu Beginn:
1. Tag: Hilfe, Aua schaff ich das wirklich? Antrag auf einen höhenverstellbaren Steh-Sitz-Tisch bei der Arbeitsagentur eingereicht. Auch das abwechselnde Sitzen auf dem Swober bringt nichts. Das ist ein Sitz, den mir mein Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat. Der Sitz schwingt in alle Richtungen auch kann man so hüpfen wie auf einem Sitzball. Abends geheult, weil der Rücken so weh tut. Träume von einer Liege fürs Büro. Bürostühle mit Liegefunktion gibt es auch, sind aber natürlich teuer und das Richtige hab ich auch nicht gefunden.
2. Tag: Bekomme erst nächste Woche Laptop kann also das nicht höhenverstellbare Stehpult, was mir auch mein Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat, nicht nutzen. Zur Mitagszeit mit Kollegin ein längeren Spaziergang gemacht, da auch sie weiß, dass dies gut für die Gesunheit ist. Meine Vorgesetzte hält auch viel von Bewegung. Opa hat die Kinder abgeholt. Das war eine Erleichterung. Nachmitags konnte ich mich hinlegen. Aber Kinder sind kränklich und wenn es nicht meine erste Arbeitswoche geweseen wäre, hätte ich sie nicht abgegeben. Blöde Situation.
3. Tag: Hab an meinem Stuhl alle Einstellungen überprüft. Und hab die Idee für eine fast-Liegeposition mit Hilfe eines Sitzsacks. Tagsüber auch mal für fünf Minuten auf den Boden hingelegt, weil es so weh tat. Zu Hause allein mit etwas kränklichen Kinder. Das war wieder nicht leicht. Froh früh in Bett zu kommen. Aber der Rücken tut nicht so extrem weh wie am ersten Tag.
4. Tag: Sitzsack ausprobiert. Mithilfe eines Hockers konnt ich fast Liegen: Scheint zu funktionieren. Es darf nur keiner zur Tür hereinkommen. Aber alle sind gerade im Urlaub. Opa hat die Kinder abgeholt und mein Lebensgefährte war auch wieder da. Erleichterung ich kann mich Nachmitags mal hinlegen.
5. Tag: Keine großen Beschwerden, nutze Sitzsack sehr viel. Abwechselnd auch mal Hocker und Knien auf dem Stuhl. Nach Arbeitsende den Sitzsack aber versteckt. Den er ist giftgrün und hat die Form eines Frosches. Das wirkt nicht so seriös, wie ich es sein sollte ;-) Papa holt die Kinder ab. Nachmitags Zeit zum Ausruhen: herrlich. Da bin ich fit für den Abend. In ein paar Monaten hätte ich sicher jetzt auch die Kraft Einkaufen zu gehen. Nächste Woche ist der Papa wieder auf Dienstreise. Aber dann ist es auch entspannter, weil ich jetzt schon vieles gelernt habe. Wenn dann die Dienstreisen aufhören wird es sicher noch besser.
X-ter Tag im ersten Monat:
Jo es läuft. Hab super Glück. Der Sitzsackfrosch ist immer noch meine Stütze und es gibt Tage an denen der Rücken so toll weh tut, dass es mich an "alte" Zeiten erinnert. Aber ich hab die Theorie, dass es wenig mit dem Sitzen zu tun hat. Vielleicht liegst an der doofen Matratze nachts. Bald sind wieder drei Wochen allein zu Hause: davor hab ich etwas Angst. Aber zwei Wochen allein ohne Partner hab ich ja schon geschaft. Ein "Rehastuhl" ist auch beantragt, vom Arbeitgeber, aber ich bezweifle, ob der Antrag Erfolg hat. Alle Kollegen, denen ich bisher angedeutet habe, warum ich ein anderen Tisch oder Stuhl brauche, haben 100 % Verständnis, vor allem weil ich angeben kann, dass ich eine anerkannte Behinderung habe. Auch den grünen Frosch versteck ich jetzt nicht mehr. Es interessiert also niemanden wie ich in meinem Kämmerlein sitze. Sind ja meist auch viele junge Doktoranden, die auch gern mal die Füße auf den Tisch legen, weil es sich so bequemer arbeitet.
| Höhenverstellbarer Tisch und Frosch |
Arbeiten macht wieder Spaß, vor allem nach dem ich vor zwei Jahren Angst hatte, nie wieder arbeiten zu können in meinem Beruf. Zufällig ist die Stelle für mich auch noch einmalig. Also ich bin zur Zeit super glücklich, wie alles ist. Und ich bin eine ganz andere im Vergleich zu derjenigen, die den Blog hier begonnen hat ;-)
Nachtrag nach 4 Monaten:
Wenn ich in meinem kleinem Büro allein sitzen kann wie ich will ist alles bestens (dank tollem Stuh und Tisch). Ab und zu muss ich aber mal ein Weiterbildung besuchen: also 8 Stunden sitzen, auf meist doofen Stühlen.( Ich arbeite an der Uni) Meine Erfahrung bisher. Wenn ich dem Dozenten kurz erkläre, ich hol mir ein besseren Stuhl, bzw. stell mich immer mal für 30 Minuten hin, oder lümmle so rum, dann stoße ich auf absolute Akzeptanz. Auch die andern (Doktoranden) akzeptieren das zu 100 %. Das ist so toll! Diversity lebe hoch!
Dienstag, 7. Februar 2017
Arbeit, Gesundheit und Bürokratie
Heute war wieder ein Termin bei der Arbeitsagentur. Als ich mich arbeitslos gemeldet habe, habe ich angekreuzt, dass ich gesundheitliche Einschränkungen habe. Daraufhin bekamm ich den sogenannten Gesundheitsfragebogen. Hätte ich ihn nicht ausgefüllt, hätte ich persönlich mich beim ärztlichen Dienst vorstellen müssen. Erst wenn ich das nicht gemacht hätte, wäre wohl die Auszahlung des Arbeitslosengeld problematisch.
Den Gesundheitsfragebogen habe ich aber ausgefüllt und alle möglichen ärztlichen Nachweise beigefügt. Ich hab angegeben, dass ich am Tag nicht länger als eine Stunde sitzen oder stehen kann und nicht schwer (mehr als 5 Kg) heben kann. Den Fragebogen bekommt man extra zugeschickt. Darin hat der Ausfüller auch die Möglichkeit, bestimmte Ärzte von ihrer Schweigepflicht zu befreien, so dass der ärztliche Dienst dann diese noch mal konsultiert. Es kommt wohl oft vor, dass man sich persönlich vorstellen muss. Ich hatte dazu auch eine Einladung, aber die wurde kurzfristig abgesagt und der ärztliche Dienst hat per Aktenlage entschieden. Mit dem Ergebnisse: bin vollschichtig leistungsfähig (also mind. 6 Stunden) für leichte bis mittelschwere Arbeiten. Arbeitshaltung überwiegend stehend, sitzend, gehend. Auszuschließen sind Zwangshaltungen der Wirbelsäule, häufiges Bücken, Heben, Tragen ohne Hilfsmittel. Einseitige Körperhaltung ohne Gelegenheit zum Ausgleich. Kein Klettern, Steigen auf Leitern und Gerüsten.
Das mit den 6-8 Stunden Arbeitszeit ist Quatsch! Aber ich hab keine Lust, da jetzt in Widerspruch zu gehen, da ich nicht wüste, was für Vorteile das bringen soll. Es ist ja auch kein wirklicher rechtlicher Beschluss, es ist nur ein Gutachen. Ich kann mir den Extremfall vorstellen: ich muss acht Stunden einen Bürojob sitzend machen, dann hätte ich so starke Rückenschmerzen nach einer Woche, dass ich krank wäre. Oder ich würde mir dann einfach ein Sofa ins Büro stellen und auf Verständnis des Arbeitgebers und der Kollegen hoffen. Aber so weit bin ich ja noch lange nicht.
Der Vorteil davon, dass ich vollschichtig einsetzbar bin: Es gibt keine Kürzung des ALG I Geldes. Nachteil: Die Aussichten auf Erwerbsminderung bzw. Schwerbehinderung sinken gegen Null.
Rehamaßnahmen gibt es noch keine, könnte aber bezahlt werden bei Einstellung, aber auch nur ergonomischer Arbeitsplatz, keine Kur. Auch eine Umschulung für zwei Jahre würde wohl bezahlt werden. Ich hab kurz nachgedacht: Umschulung bedeutet mind. sechs Stunden Schulzeit in einer Schule sitzen: Nein, das schaff ich nicht. Fernstudium wird nicht bezahlt.
Also weiter bewerben. Jetzt werde ich intern weitergeleitet an die Integrationsstelle in der Arbeitsagentur. Dort behandelt man die besonders "förderungsfähigen" Fälle. Außerdem hab ich nun die Möglichkeit, dass die Arbeitsagentur Probearbeitszeiten für mich versichert und Einarbeitungszeiten mit Lohnzuschuss befördert. Das bringt mir aber nicht so viel, weil ich einem potentiellen Arbeitgeber ja nicht unter die Nase reibe, dass ich förderungsfähig bin.
Nebenbei bewerbe ich mich normal weiter. Stellenangebote für acht Stunden ignoriere ich erstmal nicht. Aber am Ende eines theoretisch erfolgreichen Vorstellungsgespräch würde ich noch Mal Klartext reden.
Update März 2017: Erster Termin mit der Integrationsberaterin. Sie hatte mehr als eine Stunde Zeit, sich mit mir über eine berufliche Neuorientierung zu unterhalten. Jeder Mitarbeiter dort im Team hat nur acht "Fälle". Da war die Mitarbeiterin hochmotiviert und auch motivierend. Sie hat es verstanden, dass ich nicht acht Stunden anstrebe. Sie hatte auch noch einen Tipp für eine spezielle Arbeitsstelle, die für meinen Rücken auch gut wäre. Eine Weiterbildungsstelle, die auch auf Reha eingestellt sind und z.B. tolle Ruheräume hätten. Jetzt schreib ich schon wieder neue Bewerbungen.Es gibt jetzt bei der Arbeitsagentur auch viele Online-Lernangebote, die von externen Anbietern profesionell hergestellt wurden. Wer ein Benutzerkonto hat, kann sie kostenlos nutzen, wie beispielsweise Englischkurse, Tastaturtraining oder kulturelle Kompetenzkurse. Das kommt mir sehr gelegen, so hab ich keine Probleme in irgendwelchen Übungseminaren stundenlang zu sitzen.
Update Ende April 2017: Das nächste Vorstellungsgespräch steht an. Diesmal an der Universität. Dort gibt es eine Behindertenbeauftragte, die mich vorher schon mal beraten hat. Ich hab im Bewerbungsschreiben nichts von meiner körperlichen Einschränkung geschrieben, weil ich z.B. keinen Bescheid über den Grad meiner Behinderung habe. Die Beraterin hat mir nun folgendes empfohlen. Ich sollte im Vorstellungsgespräch - gegen Ende - erwähnen, dass ich nicht acht Stunden sitzen kann. Die Betonung soll auf sitzen sein, da der mögliche Arbeitgeber sonst eventuell davon ausgehen könnte, dass ich eine psychische Krankheit habe, wofür leider noch weniger Verständnis herscht als für Rückenprobleme. Weniger zu arbeiten als acht Stunden ist laut Stellenanzeige allein schon wegen Familie möglich.
Die Beraterin empfahl mir sogar sehr, das überhaupt zu erwähnen, weil mir sonst der Arbeitgeber nachträglich arglistige Täuschung vorwerfen könnte. Hätte ich eine Einschränkung, die nicht viel mehr Einschränkung bedeutet, als das Rauchbedürfnis von rauchenden Arbeitnehmern, die ab und zu eine Raucherpause einlegen, könnte ich es ganz verheimlichen. Da jedoch das längere Sitzen zum Arbeitsleben an der Uni gehört, muss ich es erwähnen. Die Beraterin sah große Probleme von einem Wunsch nach Homeoffice zu reden (obwohl so etwas üblich ist an Unis), da dann offiziell ein eigenes Bürozimmer notwendig wäre und irgendjemand diesen Homeofficearbeitsplatz begehen müsste. Außerdem hat sie gewarnt, dass der Arbeitgeber eventuell sorgen hat, wer das besondere Mobilar (Stehpult, besonderer Stuhl) bezahlt. (Was mir vollkommen egal ist, wenn die Arbeit gut ist, geb ich auch mal einen Monatslohn fürs Mobbilar aus). Ich habe auch das Liegen erwähnt: davoon hielt sie nicht viel ... na toll. Aber vermutlich spiegeln sich in ihrer Meinung die Erfahrungen mit den Arbeitgebern. Daraus schließe ich wieder, dass die Kreativität bei der Integration von behinderten Menschen eher nicht so hoch ist.
Update Mai 2017: Unglaublich, letzte Woche Vorstellungsgespräch, diese Woche Zusage. Ich hatte einen Vortrag zu meiner Arbeitsweise vorbereitet, aber sehr viel Vorbereitung hatte ich auch darin investiert, wie ich darauf hinweise, dass ich nicht sitzen möchte. Viele Menschen haben mich dabei beraten und rausgekommen sind ein paar wohl überlegte Sätze:
Hintergrund:
"ich möchte" statt "ich kann nicht" oder "Probleme beim Sitzen". Das soll aktiver und selbstbestimmter sein und nicht Probleme in den Vordergrund stellen. Vermittelt: eine Frau, die weiß was sie will.
"gesundheitlichen Gründen" statt "Krankheit", "ärztliche Diagnose" o.ä. weil letzteres nach Krankheit klingt und .
"zur Zeit": das klingt nach vergänglich, was es ja auch ist.
"acht Stunden": Sagt nichts aus, wie lange ich denn nun sitzen kann. Deutet aber auch darauf hin, dass eine Teilzeitstelle günstig wäre.
"ich richte ein/ich kenne": Damit der Arbeitgeber sich keine Gedanken machen muß. Zeigt dass ich aktiv bin.
"rückengerecht": Ein Schlagwort das eigentlich alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich heutzutage zu Herzen nehmen sollten. Zeigt, ich bin modern.
"Mobliar": Verdeutlicht, dass es eigentlich eine Sache des Mobilars und also mit handfesten Sachen zu meistern ist und auch vermittelt, dass ich mir Gedanken um die Arbeitsweise mache.
"Finanzierungsmöglichkeiten": Schlagwort im Geschäftsleben. Arbeitgeber muss sich auch keine Gedanken um Geld machen.
Nach diesem Satz habe ich sofort auf etwas positves in der Arbeitsweise gelenkt, dass z.B. die Pflicht zwischen mehreren Standorten (mit dem Fahrrad) hin- und herzufahren und dort jeweils verfügbar zu sein wunderbare Abwechslung sind, genau so wie die Lehre (wobei man stehen kann).
Den Gesundheitsfragebogen habe ich aber ausgefüllt und alle möglichen ärztlichen Nachweise beigefügt. Ich hab angegeben, dass ich am Tag nicht länger als eine Stunde sitzen oder stehen kann und nicht schwer (mehr als 5 Kg) heben kann. Den Fragebogen bekommt man extra zugeschickt. Darin hat der Ausfüller auch die Möglichkeit, bestimmte Ärzte von ihrer Schweigepflicht zu befreien, so dass der ärztliche Dienst dann diese noch mal konsultiert. Es kommt wohl oft vor, dass man sich persönlich vorstellen muss. Ich hatte dazu auch eine Einladung, aber die wurde kurzfristig abgesagt und der ärztliche Dienst hat per Aktenlage entschieden. Mit dem Ergebnisse: bin vollschichtig leistungsfähig (also mind. 6 Stunden) für leichte bis mittelschwere Arbeiten. Arbeitshaltung überwiegend stehend, sitzend, gehend. Auszuschließen sind Zwangshaltungen der Wirbelsäule, häufiges Bücken, Heben, Tragen ohne Hilfsmittel. Einseitige Körperhaltung ohne Gelegenheit zum Ausgleich. Kein Klettern, Steigen auf Leitern und Gerüsten.
Das mit den 6-8 Stunden Arbeitszeit ist Quatsch! Aber ich hab keine Lust, da jetzt in Widerspruch zu gehen, da ich nicht wüste, was für Vorteile das bringen soll. Es ist ja auch kein wirklicher rechtlicher Beschluss, es ist nur ein Gutachen. Ich kann mir den Extremfall vorstellen: ich muss acht Stunden einen Bürojob sitzend machen, dann hätte ich so starke Rückenschmerzen nach einer Woche, dass ich krank wäre. Oder ich würde mir dann einfach ein Sofa ins Büro stellen und auf Verständnis des Arbeitgebers und der Kollegen hoffen. Aber so weit bin ich ja noch lange nicht.
Der Vorteil davon, dass ich vollschichtig einsetzbar bin: Es gibt keine Kürzung des ALG I Geldes. Nachteil: Die Aussichten auf Erwerbsminderung bzw. Schwerbehinderung sinken gegen Null.
Rehamaßnahmen gibt es noch keine, könnte aber bezahlt werden bei Einstellung, aber auch nur ergonomischer Arbeitsplatz, keine Kur. Auch eine Umschulung für zwei Jahre würde wohl bezahlt werden. Ich hab kurz nachgedacht: Umschulung bedeutet mind. sechs Stunden Schulzeit in einer Schule sitzen: Nein, das schaff ich nicht. Fernstudium wird nicht bezahlt.
Also weiter bewerben. Jetzt werde ich intern weitergeleitet an die Integrationsstelle in der Arbeitsagentur. Dort behandelt man die besonders "förderungsfähigen" Fälle. Außerdem hab ich nun die Möglichkeit, dass die Arbeitsagentur Probearbeitszeiten für mich versichert und Einarbeitungszeiten mit Lohnzuschuss befördert. Das bringt mir aber nicht so viel, weil ich einem potentiellen Arbeitgeber ja nicht unter die Nase reibe, dass ich förderungsfähig bin.
Nebenbei bewerbe ich mich normal weiter. Stellenangebote für acht Stunden ignoriere ich erstmal nicht. Aber am Ende eines theoretisch erfolgreichen Vorstellungsgespräch würde ich noch Mal Klartext reden.
Update März 2017: Erster Termin mit der Integrationsberaterin. Sie hatte mehr als eine Stunde Zeit, sich mit mir über eine berufliche Neuorientierung zu unterhalten. Jeder Mitarbeiter dort im Team hat nur acht "Fälle". Da war die Mitarbeiterin hochmotiviert und auch motivierend. Sie hat es verstanden, dass ich nicht acht Stunden anstrebe. Sie hatte auch noch einen Tipp für eine spezielle Arbeitsstelle, die für meinen Rücken auch gut wäre. Eine Weiterbildungsstelle, die auch auf Reha eingestellt sind und z.B. tolle Ruheräume hätten. Jetzt schreib ich schon wieder neue Bewerbungen.Es gibt jetzt bei der Arbeitsagentur auch viele Online-Lernangebote, die von externen Anbietern profesionell hergestellt wurden. Wer ein Benutzerkonto hat, kann sie kostenlos nutzen, wie beispielsweise Englischkurse, Tastaturtraining oder kulturelle Kompetenzkurse. Das kommt mir sehr gelegen, so hab ich keine Probleme in irgendwelchen Übungseminaren stundenlang zu sitzen.
Update Ende April 2017: Das nächste Vorstellungsgespräch steht an. Diesmal an der Universität. Dort gibt es eine Behindertenbeauftragte, die mich vorher schon mal beraten hat. Ich hab im Bewerbungsschreiben nichts von meiner körperlichen Einschränkung geschrieben, weil ich z.B. keinen Bescheid über den Grad meiner Behinderung habe. Die Beraterin hat mir nun folgendes empfohlen. Ich sollte im Vorstellungsgespräch - gegen Ende - erwähnen, dass ich nicht acht Stunden sitzen kann. Die Betonung soll auf sitzen sein, da der mögliche Arbeitgeber sonst eventuell davon ausgehen könnte, dass ich eine psychische Krankheit habe, wofür leider noch weniger Verständnis herscht als für Rückenprobleme. Weniger zu arbeiten als acht Stunden ist laut Stellenanzeige allein schon wegen Familie möglich.
Die Beraterin empfahl mir sogar sehr, das überhaupt zu erwähnen, weil mir sonst der Arbeitgeber nachträglich arglistige Täuschung vorwerfen könnte. Hätte ich eine Einschränkung, die nicht viel mehr Einschränkung bedeutet, als das Rauchbedürfnis von rauchenden Arbeitnehmern, die ab und zu eine Raucherpause einlegen, könnte ich es ganz verheimlichen. Da jedoch das längere Sitzen zum Arbeitsleben an der Uni gehört, muss ich es erwähnen. Die Beraterin sah große Probleme von einem Wunsch nach Homeoffice zu reden (obwohl so etwas üblich ist an Unis), da dann offiziell ein eigenes Bürozimmer notwendig wäre und irgendjemand diesen Homeofficearbeitsplatz begehen müsste. Außerdem hat sie gewarnt, dass der Arbeitgeber eventuell sorgen hat, wer das besondere Mobilar (Stehpult, besonderer Stuhl) bezahlt. (Was mir vollkommen egal ist, wenn die Arbeit gut ist, geb ich auch mal einen Monatslohn fürs Mobbilar aus). Ich habe auch das Liegen erwähnt: davoon hielt sie nicht viel ... na toll. Aber vermutlich spiegeln sich in ihrer Meinung die Erfahrungen mit den Arbeitgebern. Daraus schließe ich wieder, dass die Kreativität bei der Integration von behinderten Menschen eher nicht so hoch ist.
Update Mai 2017: Unglaublich, letzte Woche Vorstellungsgespräch, diese Woche Zusage. Ich hatte einen Vortrag zu meiner Arbeitsweise vorbereitet, aber sehr viel Vorbereitung hatte ich auch darin investiert, wie ich darauf hinweise, dass ich nicht sitzen möchte. Viele Menschen haben mich dabei beraten und rausgekommen sind ein paar wohl überlegte Sätze:
"Ich möchte aus gesundheitlichen Gründen zur Zeit nicht acht Stunden sitzen. Das heißt, ich richte mir meinen Arbeitsplatz mit rückengerechten Mobilar aus und ich kenne dazu auch schon die Finanzierungsmöglichkeiten."
Hintergrund:
"ich möchte" statt "ich kann nicht" oder "Probleme beim Sitzen". Das soll aktiver und selbstbestimmter sein und nicht Probleme in den Vordergrund stellen. Vermittelt: eine Frau, die weiß was sie will.
"gesundheitlichen Gründen" statt "Krankheit", "ärztliche Diagnose" o.ä. weil letzteres nach Krankheit klingt und .
"zur Zeit": das klingt nach vergänglich, was es ja auch ist.
"acht Stunden": Sagt nichts aus, wie lange ich denn nun sitzen kann. Deutet aber auch darauf hin, dass eine Teilzeitstelle günstig wäre.
"ich richte ein/ich kenne": Damit der Arbeitgeber sich keine Gedanken machen muß. Zeigt dass ich aktiv bin.
"rückengerecht": Ein Schlagwort das eigentlich alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich heutzutage zu Herzen nehmen sollten. Zeigt, ich bin modern.
"Mobliar": Verdeutlicht, dass es eigentlich eine Sache des Mobilars und also mit handfesten Sachen zu meistern ist und auch vermittelt, dass ich mir Gedanken um die Arbeitsweise mache.
"Finanzierungsmöglichkeiten": Schlagwort im Geschäftsleben. Arbeitgeber muss sich auch keine Gedanken um Geld machen.
Nach diesem Satz habe ich sofort auf etwas positves in der Arbeitsweise gelenkt, dass z.B. die Pflicht zwischen mehreren Standorten (mit dem Fahrrad) hin- und herzufahren und dort jeweils verfügbar zu sein wunderbare Abwechslung sind, genau so wie die Lehre (wobei man stehen kann).
Freitag, 4. November 2016
Novemberblues und der Traum vom Beruf
Heute wieder eine Stichprobe aus meinem Leben und Gedanken zu Beginn der dunklen Zeit.
Der Spätsommer war schön. Kinder hatten Spaß im Kindergarten. Es gab Tage, da hätte ich fast gesagt: ich hab gar keine Rückenschmerzen mehr. Ich hab die restliche Elternzeit doch hin und wieder genossen. Ich hatte kein schlechtes Gewissen, dass ich noch keine Arbeit habe. Diese entspannte Zeit hatte ich mir verdient!
Die Zeit aber geht weiter. Beim Arbeitsamt hab ich einen Gesundheitsfragebogen ausgefüllt, der wird jetzt ausgewertet und eventuell könnte sich daraus Hilfen oder berufliche Rehamaßnahmen ergeben ... was daraus wird, ist aber alles noch offen. Bisher weiß ich nur: eine berufliche Reha bei der Rentenversicherung bekomme ich mit weniger als 15 Jahren Einzahljahren nicht, jedoch könnte die Arbeitsagentur (vielleicht auch die Krankenkasse oder auch ich) als Zahler in Frage kommen.
Zu einer medizinischen Reha habe ich mich auch nicht durchgerungen, das wäre schon sicher schön: 3 - 6 Wochen nur für mich (Kinder würde ich auf keinen Fall mitnehmen), aber 3 oder 6 Wochen Reha werden mich auch nicht von allen Schmerzen heilen. Da brauche ich also nicht alle Hoffnungen darauf setzen.
Die Beraterin hat mir unverbindlich empfohlen einen Antrag auf Anerkennung einer Behinderung zu machen. Da hätte ich bessere Kündigungsschutz und Sonderurlaub usw. Damit habe ich mich noch nicht ernsthaft beschäftigt. Einerseits weil ich noch Hoffnung auf wesentliche Verbesserung hatte und anderseits weil ich befürchte, dass eventuelle Gutachter auch auf die Idee kommen, dass sich vielleicht noch etwas bessert. Jetzt ist November und da darf ich wohl ein weiniger trauriger werden und Hoffnungen schwinden sehen. Gestern (nach einem geselligen Abend im Sitzen) hatte ich furchtbare Schmerzen, heute ist es nur wenig besser. Die Frage wird in mir immer lauter: Was soll ich arbeiten?
Die Beraterin bei der Arbeitsagentur hat mich über weitere Möglichkeiten gesprochen, z.B. Umschulung. Mir fällt da sofort die Programmiererin ein: Ich hab schon mal ein Spiel programmiert und kann also ein paar Grundlagen und es macht mir auch Spaß das tüfteln. Bei jeder Umschulung besteht jedoch das Problem, dass ich keine 8 Stunden am Stück in einer Unterrichtsstunde sitzen könnte. Ein Fernlehrgang wäre wohl geeigneter. Nach über 16 Jahre Studium und Promotion habe plus Schulzeit hab ich auf Prüfungen und so natürlich erstmal wenig Lust, aber das ist nur zweitrangig.
Was kann ich nun arbeiten?
Ich habe von einer anderen Frauen mit Schwangerschaftsassoziierter Osteoporose gehört, die als Krankenschwester arbeitet. Buh. Das stell ich mir krass vor. Für mich wären alle Tätigkeiten am Computer oder Telefon nicht schlecht. Das geht im Liegen und im stillen Kämmerchen,
wo keiner sieht, wie man arbeitet. Ab und zu ein Treffen mit Kollegen, Chefs, Partnern oder Kunden für 1-2 Stunden würden ja auch kein Problem sein. Zusätzlich nur eine halbe Stelle mit 4 Stunden arbeitet am Tag wären auch günstig. Vorstellen kann ich mir da viele Berufe, jedoch besteht nur ein soziales Problem: dem künftigen Arbeitgeber zu vermitteln, dass man arbeitet und nicht schläft, obwohl man liegt. Selbständigkeit ist eine weitere Alternative, wie Schriftstellerin oder Journalistin wäre ein toller
Traumberuf ... bis auf die geringen Einnahmen normalerweise.
Soweit so seriös. Gestern war ich - wie jeden Monat - bei einem lustigen Spieleabend mit Frauen. Wir spielten Rommé und es blieb kein Auge trocken. Sie kennen mich dort und ich erwähnte, dass ich eigentlich nur im Liegen gut arbeitet könnte - auch gern am Telefon. Die Damen hatten dann gleich eine "fabelhafte" Berufsidee und die war dann auch die ganze Zeit Thema des Abends. Wer weiß, was ich meine, darf schmunzeln. Ob es bei der Arbeitsagentur dafür einen vorbereitenden Sprach und Schauspielkurs gibt weiß ich nicht.
Der Spätsommer war schön. Kinder hatten Spaß im Kindergarten. Es gab Tage, da hätte ich fast gesagt: ich hab gar keine Rückenschmerzen mehr. Ich hab die restliche Elternzeit doch hin und wieder genossen. Ich hatte kein schlechtes Gewissen, dass ich noch keine Arbeit habe. Diese entspannte Zeit hatte ich mir verdient!
Die Zeit aber geht weiter. Beim Arbeitsamt hab ich einen Gesundheitsfragebogen ausgefüllt, der wird jetzt ausgewertet und eventuell könnte sich daraus Hilfen oder berufliche Rehamaßnahmen ergeben ... was daraus wird, ist aber alles noch offen. Bisher weiß ich nur: eine berufliche Reha bei der Rentenversicherung bekomme ich mit weniger als 15 Jahren Einzahljahren nicht, jedoch könnte die Arbeitsagentur (vielleicht auch die Krankenkasse oder auch ich) als Zahler in Frage kommen.
Zu einer medizinischen Reha habe ich mich auch nicht durchgerungen, das wäre schon sicher schön: 3 - 6 Wochen nur für mich (Kinder würde ich auf keinen Fall mitnehmen), aber 3 oder 6 Wochen Reha werden mich auch nicht von allen Schmerzen heilen. Da brauche ich also nicht alle Hoffnungen darauf setzen.
Die Beraterin hat mir unverbindlich empfohlen einen Antrag auf Anerkennung einer Behinderung zu machen. Da hätte ich bessere Kündigungsschutz und Sonderurlaub usw. Damit habe ich mich noch nicht ernsthaft beschäftigt. Einerseits weil ich noch Hoffnung auf wesentliche Verbesserung hatte und anderseits weil ich befürchte, dass eventuelle Gutachter auch auf die Idee kommen, dass sich vielleicht noch etwas bessert. Jetzt ist November und da darf ich wohl ein weiniger trauriger werden und Hoffnungen schwinden sehen. Gestern (nach einem geselligen Abend im Sitzen) hatte ich furchtbare Schmerzen, heute ist es nur wenig besser. Die Frage wird in mir immer lauter: Was soll ich arbeiten?
Die Beraterin bei der Arbeitsagentur hat mich über weitere Möglichkeiten gesprochen, z.B. Umschulung. Mir fällt da sofort die Programmiererin ein: Ich hab schon mal ein Spiel programmiert und kann also ein paar Grundlagen und es macht mir auch Spaß das tüfteln. Bei jeder Umschulung besteht jedoch das Problem, dass ich keine 8 Stunden am Stück in einer Unterrichtsstunde sitzen könnte. Ein Fernlehrgang wäre wohl geeigneter. Nach über 16 Jahre Studium und Promotion habe plus Schulzeit hab ich auf Prüfungen und so natürlich erstmal wenig Lust, aber das ist nur zweitrangig.
Was kann ich nun arbeiten?
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| Arbeiten im Liegen auf dem Sofa |
Soweit so seriös. Gestern war ich - wie jeden Monat - bei einem lustigen Spieleabend mit Frauen. Wir spielten Rommé und es blieb kein Auge trocken. Sie kennen mich dort und ich erwähnte, dass ich eigentlich nur im Liegen gut arbeitet könnte - auch gern am Telefon. Die Damen hatten dann gleich eine "fabelhafte" Berufsidee und die war dann auch die ganze Zeit Thema des Abends. Wer weiß, was ich meine, darf schmunzeln. Ob es bei der Arbeitsagentur dafür einen vorbereitenden Sprach und Schauspielkurs gibt weiß ich nicht.
Mittwoch, 14. September 2016
Elterngeld, Kindergrippe, Putzkraft
Sie sind weg ... die Kinder. Zumindestens von 9 bis 17 Uhr. In der Kingergrippe. Das heißt, vielemal weniger tragen und weniger Sitzen zum Füttern, ganz zu schweigen von dem Streß, wenn sie mal weinen oder dem Sitzen am Sandkasten. Wir haben lange gesucht und letztenlich nur über Beziehungen eine Kita gefunden. Kurz nach dem die Kita angefangen hat, habe ich wieder einen deutliche Verbesserung der Rückenschmerzen bemerkt. Die Kita ist also mein Rehahelfer für die schwangerschaftsassoziierte Osteoporose. Ich hab den Erzieherinnen das schon gedankt.
Ich gehe noch nicht arbeiten, sondern bekomme noch Elterngeld. Denn ich hab die Möglichkeit genutzt, den Auszahlungszeitraum zu verdoppeln und dafür jeden Monat nur die Hälfte des Geldes zu bekommen. So bin ich als Nichtverheiratete wenigstens weiterhin Pflichtversichert in der Krankenversicherung. Auch diese längere Zeit zu Hause (jetzt ohne Kinder) gönnt mir jeder und hab ich mir verdient. Gut das es diese Möglichkeit gibt.
Auch eine Putzkraft hatte ich zwischenzeitlich schon Mal wieder und suche jetzt wieder eine. Das wollte ich mir schon früher immer leisten und mit schwangerschaftsassoziierter Osteoporose und Kindern zu Hause hab ich allen Grund dafür, mir das zu leisten.
Jetzt beginnt bald die Arbeitssuche. Als ersten Tipp habe ich erhalten, dass man im Vorstellungsgespräch darauf hinweist, dass es mir wichtig ist, rückengesund zu arbeiten und zu sitzen. Damit stellt man nicht die Krankheit in den Mittelpunkt, sondern das Arbeiten. Und zeigt, dass man schon weiß, wie man am effektivsten arbeiten kann. Von der Krankheit kann man ja dann nach der Probezeit erzählen. In meinem ersten Vorstellungsgespräch hab ich das aber nicht gemacht.
Ich gehe noch nicht arbeiten, sondern bekomme noch Elterngeld. Denn ich hab die Möglichkeit genutzt, den Auszahlungszeitraum zu verdoppeln und dafür jeden Monat nur die Hälfte des Geldes zu bekommen. So bin ich als Nichtverheiratete wenigstens weiterhin Pflichtversichert in der Krankenversicherung. Auch diese längere Zeit zu Hause (jetzt ohne Kinder) gönnt mir jeder und hab ich mir verdient. Gut das es diese Möglichkeit gibt.
Auch eine Putzkraft hatte ich zwischenzeitlich schon Mal wieder und suche jetzt wieder eine. Das wollte ich mir schon früher immer leisten und mit schwangerschaftsassoziierter Osteoporose und Kindern zu Hause hab ich allen Grund dafür, mir das zu leisten.
Jetzt beginnt bald die Arbeitssuche. Als ersten Tipp habe ich erhalten, dass man im Vorstellungsgespräch darauf hinweist, dass es mir wichtig ist, rückengesund zu arbeiten und zu sitzen. Damit stellt man nicht die Krankheit in den Mittelpunkt, sondern das Arbeiten. Und zeigt, dass man schon weiß, wie man am effektivsten arbeiten kann. Von der Krankheit kann man ja dann nach der Probezeit erzählen. In meinem ersten Vorstellungsgespräch hab ich das aber nicht gemacht.
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